Es hört sich wie eine Schnapsidee an, und es war eigentlich auch eine. Jon Dunderdale und Ian King saßen zusammen bei einem Dram, möglicherweise auch Zweien. Die beiden Lauf-Freunde und Whisky-Enthusiasten wollten ihre zwei Leidenschaften zu einem Event vereinen. Gut zusammengestellt und professionell organisiert, in einer entspannte Atmosphäre mit Sinn für Humor, so sollte die Kombination aus Laufen und Whisky-Genuss sein. Und ihre Idee ist erfolgreich: Der Speyside Single Malt Marathon findet nun schon zum dritten Mal statt. Die Neuauflage in diesem Jahr ist am 19. Oktober.
Den Teilnehmenden stehen folgende Distanzen zur Auswahl:
The Full Dram: Von Glenfarclas zu Glenfiddich (42 km) The Half Dram: Von Tamdhu zu Glenfiddich (21 km) The Wee Dram: Von Aberlour zu Glenfiddich (10 km) We Dram: Ein Vierer-Team teilt sich die Marathondistanz
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Veranstaltung. Und einen Eindruck des Event, der Teilnehmenden und dem recht flachen Profil der zu bewältigenden Strecke gibt Ihnen das Video des Dramathons, welches Sie oben in unserem Post oder auf Viemo finden. Allen Teilnehmenden wünschen wir viel Spaß mit ebenso viel Erfolg!
Bestimmte Waren, die aus den USA importiert werden, belegt die Europäische Union mit Strafzöllen. Im Handelsstreit zwischen den USA und der EU war dies die europäische Reaktion auf Zollverschärfungen, welche die US-amerikanische Regierung im Kampf gegen das Handelsdefizit des eigenen Landes beschlossen hatte. Seit dem 22. Juni 2018 belegt die EU unter anderem US-amerikanischer Whiskey mit einem Strafzoll von 25% (wir berichteten).
Die Folgen für die vom Strafzoll betroffenen Whiskey-Produzenten sind zu erahnen, und in einem Artikel des Deutschlandfunks konkret nachvollziehbar. Becky und Scott Harris gründeten im Jahr 2009 die Catoctin Creek Distillery. Im US Bundesstaat Virginia gelegen, genauer in Purcellville im Loudoun County, produzieren die Beiden, neben auch anderen Produkten, schwerpunktmäßig Rye Whiskey. Und Beide wählten Europa als einen Schwerpunkt-Markt für ihren Roggen-Whiskey. Hierfür mussten sie in bestimmte Bereiche investieren: Flaschen und Labels müssen den europäischen Vorschriften angepasst werden, man war jedes Jahr auf der Bar Convention in Berlin. Insgesamt belief sich die Summe, die sie ins Europageschäft investierten, auf 100.000 US-Dollar.
Ohne dem Artikel des Deutschlandfunks jetzt komplett vorgreifen zu wollen: Natürlich haben die europäischen Strafzölle für die Catoctin Creek Destillerie dramatische Auswirkungen. Doch trotz des deutlichen Rückgangs ihrer Umsätze auf dem europäischen Markt sind sie auch in diesem Jahr wieder auf der Bar Convention in Berlin mit einem Stand vertreten.
Wenn es um die Islay-Brennerei Bowmore und die 80er des letzten Jahrhunderts geht, sprechen Whisky-Enthusiasten sehr schnell und sehr gerne über den damaligen berühmt-berüchtigten Stil ihrer Whiskys. Ihre Destillate in diesen Jahren prägte eine deutliche parfümartige Lavendel-Note, welche einige Freunde hatte und recht viel Spott einbrachte.
Diese Zeiten und diese Bowmore-Whiskys sind Geschichte, wie uns Serge Valentin in seiner heutigen Tassting-Session zeigt. Fast durchgehend zum Ende des letzten Jahrhunderts destilliert und mit langen Reifezeiten, findet Serge Gefallen an diesen Bowmores. Einziger Ausreißer nach unten ist, man ahnt es schon, ein Bowmore aus den 80ern. Mit schlappen 73 Punkten bildet dieser Whisky das Schlusslicht im heutigen Tasting auf Whiskyfun, wie Sie unserer Kurzübersicht entnehmen können:
Bowmore 20 yo 1997/2018 (56.3%, Adelphi, cask #2414) 88 Punkte
Bowmore 20 yo 1996/2017 (53.6%, Hepburn’s Choice for SCSM China, bourbon, 243 bottles) 90 Punkte
Bowmore 22 yo 1998/2018 (53.6%, Hidden Spirits, cask #BW9618) 82 Punkte
Bowmore 15 yo 1988/2004 (43%, Signatory Vintage, cask #42520) 73 Punkte
Bowmore 14 yo 1998/2012 (54%, Whisky-Doris, bourbon) 86 Punkte
Ein sanftes Redesign hat Jameson bei seinem Whiskey vorgenommen, was die Form der Flasche und die Gestaltung des Labels betrifft. Gemeinsam mit der schwedischen Agentur Pond Design hat man bei der Flasche vor allem die Flaschenschulter weicher gemacht und den Boden ebenfalls verändert.
Auch am Label hat man Veränderungen vorgenommen. Es wurde von Text befreit und verdeutlicht nun vor allem die dreifache Destillation und die irische Herkunft des Whiskeys. Zusätzlich hat man auch die Farbpalette intensiviert, merkbar auch an der etwas rötlicheren Kapsel und das aufgefrischte Grün des Labels.
Die neue Flasche wird nun im Januar zunächst in Irland ausgeliefert, danach, noch vor St. Patrick’s Day, ab März 2019 in weiteren Märkten, auch in den USA. Sie wird heuer noch bei diversen Varietäten eingesetzt, darunter auch Jameson Caskmates, Jameson Black Barrel und Jameson Crested.
Der Inhalt der Flaschen bleibt auch mit dem Redesign natürlich unverändert.
Glenburgie ist, wie Serge Valentin von Whiskyfun treffend in seiner Einleitung zu der heutigen Verkostung schreibt, eine Destillerie aus der zweiten Reihe, was ihre Bekanntheit betrifft. Bei den Unabhängigen findet man allerdings momentan jede Menge Abfllungen aus ihr, besonders in den letzten Jahren. Und das ist gut so, denn Glenburgie kann mit sehr schönen Whiskys aufwarten, die fruchtige und malzige Töne zeigen.
Acht Abfüllungen der Speyside-Brennerei aus den letzten drei Jahren stellt Serge heute in seiner Verkostung vor, und alle davon zeigen solide Wertungen. Hier sind sie:
Glenburgie 1995/2017 (56.5%, Gordon & MacPhail, Cask Series, refill sherry butt, cask #6342): 87 Punkte
Glenburgie 1995/2016 (57.9%, Gordon & MacPhail, Cask Series, first fill puncheon, cask #6346): 87 Punkte
Glenburgie 18 yo 1998/2017 (53.9%, The Single Casks of Scotland, hogshead, cask #900900, 267 bottles): 90 Punkte (fast 91)
Glenburgie 22 yo 1995/2017 (53.1%, Signatory Vintage for Maltbarn, hogshead, cask #6508, 246 bottles): 88 Punkte
Glenburgie-Glenlivet 25 yo 1992/2017 (54.6%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 240 bottles): 89 Punkte
Glenburgie-Glenlivet 13 yo 2004/2017 (54.7%, Cadenhead, Small Batch, two bourbon hogsheads, 576 bottles): 86 Punkte
Glenburgie 22 yo 1995/2018 (56.7%, The Whisky Embassy Bonn, Reifferscheid, hogshead, cask #6520): 84 Punkte
Glenburgie 23 yo 1995/2018 (54.4%, Signatory Vintage for La Source, hogshead, cask #6584, 212 bottles): 86 Punkte
Das alte Excise-House bei Glenburgie. Bild: Potstill Wien
Die Destillerie Ardnahoe auf Islay hat vor kurzem eine Luftaufnahme der Brennerei veröffentlicht und uns die Erlaubnis erteilt, diese mit unseren Lesern zu teilen. Wie man auf dem Foto sehen kann, ist der Bau schon weit fortgeschritten, und einer baldigen Eröffnung steht nach den Worten des Teams für die Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr viel im Weg.
Gearbeitet wird nicht nur noch an, sondern auch bereits in der Destillerie, hier wird gerade die Kommissionierung der Anlage vorgenommen – und sobald wir Ihnen konkretes Neues über den Termin der offiziellen Eröffnung mitteilen können, werden wir das natürlich tun.
Hier aber einmal die Aufnahme, mit freundlicher Genehmigung der Ardnahoe Distillery:
Die in Tel Aviv ansässige Milk & Honey Distillery (unsere früheren Berichte zu ihr finden Sie hier) hat bekanntgegeben, dass man ab dem laufenden Jahr die Produktion um 20% steigern will. Momentan produziert man 170.000 Liter Alkohol pro Jahr.
Nachdem man im letzten Jahr die Produktionsfläche auf 2000qm verdoppelt hat, sieht man sich nun zu dieser Produktionsausweitung in der Lage. Man verkauft nicht nur in 250 Outlets in Israel, sondern hat auch im Export in verschiedene Länder, darunter auch Deutschland, große Erfolge gefeiert. Über 72% der Produktion geht über die Landesgrenzen hinaus.
Im Zuge der Ankündigung hat man auch die Veröffentlichung der sechsten und letzten Ausgabe ihrer experimentellen Young Single Malts (der Name ist etwas mißverständlich im klassischen Sinn, denn der Inhalt der Bottlings ist noch keine drei Jahre alt), mit dem Namen The One, bekanntgegeben. Der mit 46% abgefüllte Young Single Malt reifte in ex-Bourbon Fässern und Rotweinfässern und ist auf ca. 4000 Flaschen limitiert. Danach wird es ab Ende 2019 eine neue, Abfüllung geben, die sich auch nach schottischen Maßstäben Single Malt nennen darf, so der Artikel in The Spirits Business.
Rechtzeitig möchten wir Sie auf zwei Sendungen auf 3sat hinweisen, die der Kultursender am Freitag, den 11. Januar 2019 ausstrahlt:
„Der Geist Europas – Auf Schottlands Whisky-Routen“ um 13:15 begleitet den Whiskykenner Eugen Kasparek auf seiner Reise von Skye über die Highlands nach Islay und zuletzt nach Glasgow. Interessante Ein- und Anblicke garantiert. Hier, was 3sat zu der Sendung zu sagen hat:
Whisky ist mehr als gebranntes Gerstenmalz, er ist der Stolz der Schotten. Wie die meisten Spirituosen wurde schottischer Whisky zunächst als Medizin verwendet. Heute ist er das hochprozentige Genussmittel mit dem besten Ruf weltweit und beschert den Schotten einen Exportumsatz von jährlich sechs Milliarden Euro. Eugen Kasparek ist ein Meister des Geschmacks. Die Dokumentation begleitet ihn auf seiner Reise in die Welt des schottischen Nationalgetränks – über die Whisky-Inseln Islay und Skye, durch die schottischen Highlands und nach Glasgow, wo der reinste Whisky höchste Preise erzielt.
Die Hebriden-Insel Islay ist die Whisky-Insel schlechthin. Eugen besucht zwei der acht Destillerien und sieht, wie der Whisky gemacht wird. Er ist dabei, als Torf aus dem Moor gestochen wird. Das pflanzliche Brennmaterial gibt dem Insel-Whisky die rauchige Note.
„Uisge beatha“ ist gälisch und bedeutet Lebenswasser. Einst wurde Schottlands flüssiges Gold geschmuggelt, entlang alter Viehwege. Mit dem Motorrad fährt Eugen ins Hochland, nach Dalwhinnie, wo die Schmugglerrouten zusammenliefen.
Die Isle of Skye gilt als Schottlands schönste Insel. An einem Meeresarm liegt ihre einzige Destillerie. Kenny Bain ist der „Stillman“, er steuert den Brennvorgang, im Nebenberuf züchtet er Austern. Sternekoch Marcello Tully kommt vorbei, um frische Austern zu kaufen. Er lädt Eugen in seine Küche ein, auf der Speisekarte stehen Langusten mit Paprikawurst und Passionsfrucht, verfeinert mit Whisky von der Insel.
In einem Industriegebiet von Glasgow ist Eugen mit David Stirk verabredet, der mit einzelnen Fässern bekannter Destillerien handelt. Single-Cask-Whiskys, Abfüllungen aus einem einzelnen Brennvorgang, sind weltweit begehrt. Ein Fass kostet 10.000 Euro und aufwärts, und die Preise verdoppeln sich von Jahr zu Jahr. Noch nie bestand ein so reiches Angebot an Whisky, sagt der unabhängige Abfüller David, und noch nie war die Nachfrage so hoch. Aber ein Ende des Booms ist in Sicht. Gute Holzfässer verschwinden vom Markt. Noch zwanzig Jahre vielleicht, dann könnte das flüssige Gold wieder sein, was es einmal war: Uisge beatha, das Lebenswasser der schottischen Provinz.
Gleich danach um 14:00 gibt es dann „Schottland auf die norddeutsche Tour„, einen Film von Anja Jeschonneck und Karolin Wulf. In ihm geht es um Norddeutsche, die Schottland zu ihrer Heimat gemacht haben. Auch hier die Zusammenfassung von der Seite von 3sat:
In Edinburgh ist Sven Tietzer mit der Künstlerin Andrea Geile verabredet. Mit ihr baut er eine Skulptur im Garten eines beeindruckenden Anwesens auf und klönt mit dem Gärtner Gordon. Auf dem Weg in Richtung Norden besucht Sven Tietzer Loch Ness und den ungewöhnlichen Ort Firhall, in dem Kinder verboten sind. Weiter geht es in die Einöde zu Eddie und Brigitte Meier. Eddie stammt aus Hannover, Brigitte aus Hamburg. Jetzt leben sie in Laide. Das Dorf mit den 18 Häusern bietet einen wunderschönem Blick auf den See vor der Haustür. Der nächste Supermarkt ist 100 Kilometer entfernt. Die Landschaft im Norden der Highlands ist umwerfend: grüne Hügel, schroffe Klippen, weiße Strände. Die Straßen haben nur noch eine Spur – und Schafe haben Vorfahrt. Auch hier leben interessante Charaktere. Colin „the caveman“ zum Beispiel. Colin hat von der lokalen Verwaltung eine Höhle gemietet und verbringt die meiste Zeit dort unten. Er vermutet hinter der Höhle eine weitere und hat mit Grabungen angefangen. Sven Tietzer kriecht mit ihm durch ein winziges Loch am Boden und erkundet seine Ausgrabungen. Sven Tietzer hat die Mission, ins schottische Lebensgefühl einzutauchen und den Schotten in sich selbst zu entdecken. Dazu gehört es natürlich, einen Schottenrock zu tragen, sich mit Whisky auszukennen und Dudelsack spielen zu lernen. Aber auch die schottischen Spezialitäten dürfen bei der Reise nicht zu kurz kommen. Sehr beliebt in Schottland sind Haggis, Innereien kredenzt im Schafsmagen. Und noch eine kulinarische Entdeckung darf man sich nicht entgehen lassen: frittierte Marsriegel. Auch das ist typisch schottisch: In Durness an der Küste finden die alljährlichen Highland-Games statt. Auch hier ist Sven Tietzer mit von der Partie. Das ist der ultimative Schotten-Test am Ende der Tour, bei dem er sich an allerlei skurrile Disziplinen wagt: Kissenschlacht und „Tilt the Bucket“ – eine Art Schubkarrenschieben unter einem vollen Eimer durch – und natürlich die Königsdisziplin: Baumstammwerfen.
Programmieren Sie Ihren Recorder oder schauen Sie die Sendungen direkt, falls Sie Zeit dazu haben – viel Vergnügen mit dem sehenswerten Programm!
In letzter Zeit sind die angekündigten Duos von Serge Trios – auch heute ist das der Fall. Zu einem wunderbaren Glen Grant gesellt sich ein in seinen Augen furchtbarer Glenfiddich (furchtbar in dem Sinne, dass er den Begriff „seifig“ wohl auf die Spitze treibt, und für Serge ist dies ein dunkelrotes Tuch) – da muss dann mit einem dritten Whisky, dem jüngeren Glen Grant, noch etwas Reparatur betrieben werden.
Gehen wir also gleich zur tabellarischen Auflistung der Verkostung von heute:
Glen Grant 34 yo 1965 (55%, Signatory Vintage, Millenium decanter, 390 bottles): 93 Punkte
Glenfiddich 44 yo 1964 (55%, Kingsbury, Japan, hogshead, +/-2008): 39 Punkte
Glen Grant 23 yo 1995/2018 (48%, La Maison du Whisky, Artist Collective, six refill bourbon barrels): 85 Punkte
39 Punkte – auch so ein Whisky kann extrem neugierig machen, nicht wahr? Ihm zu Ehren ein Bild der Destillerie:
Im Sommer des Vorjahres brachte die Speyside-Destillerie Glenallachie ihre neue Core-Range auf den Markt, komponiert unter der Ägide von Billy Walker, der die Brennerei nach seinem nicht ganz freiwilligen Ausstieg aus dem Besitz der Destillerien Ben Riach, Glendronach und Glendglassaugh gemeinsam mit einem Konsortium 2017 von Pernod Ricard gekauft hatte. Landläufig wurden die Abfüllungen von Verkostern gelobt – und eigentlich war die gezeigte Qualität fast zu erwarten, konnte Billy Walker doch auf einen Fundus von zigtausend erstklassigen Fässern zurückgreifen.
Ralfy verkostet in seinem nunmehr 758. Verkostungsvideo den sozusagen Eckpfeiler der Standardrange, den GlenAllachie 12yo (falls Sie sich über die unterschiedlichen Schreibweisen „Glenallachie“ und „GlenAllachie“ wundern: ersteres bezeichnet die Destillerie, zweiteres ist die Marke, unter der diese die Whiskys auf den Markt bringt). Und auch er ist voll des Lobes: Ganze 90 Punkte kann der Standard für sich verbuchen. Warum und wieso, das können Sie im obenstehenden zehnminütigen Youtube-Video nachsehen. Wir wünschen viel Vergnügen.
Untenstehend finden Sie noch einige Bilder von unserem Besuch dort im Vorjahr:
Die englische Lakes Distillery produziert zur Zeit ca. 230.000 Liter pro Jahr. Laut den Angaben von Chief Whisky Maker Dhavali Ghandi könnte sie wesentlich mehr verkaufen als sie produzieren kann. Daher hat man beschlossen, Pläne für die Erweiterung der seit dem Jahr 2014 in Produktion befindlichen Brennerei in die Tat umzusetzen.
Geplant ist eine Produktionserweiterung auf bis zu 450.000 Liter – die man durch die Installation von acht zusätzlichen Washbacks erreichen will. Dort lag (durch die lange Fermentationszeit von 96 Stunden) bislang das Nadelöhr in der Produktionskette.
Die Lakes Distillery
Im Artikel bei The Spirits Business erklärt Ghandi auch, wie sich die Brennerei als Marke neu ausrichten will. Man habe lange überlegt, ob man eine kleine Brennerei oder ein global denkender Hersteller sein wolle. Man sei zum Schluss gekommen, dass man nicht als Craft Distillery agieren wolle, sondern als globale Luxusmarke.
In diesem Sinne, dass man nicht in kleinen Batches von diesem und jenem arbeiten wolle, sei auch die geplante Erweiterung zu sehen. Man wolle auch weiterhin in die Marke investieren und könne dies mittels Investoren und Krediten tun, wie man es schon bislang gemacht habe – oder durch einen Börsengang, der, so der Chief Whisky Maker, durchaus eine Variante unter mehreren angedacht sei.
v.l.n.r.: Nigel Mills CBE, Chief Executive Officer der The Lakes Distillery, Paul Currie, Gründer und Chief Operating Officer der The Lakes Distillery, sowie Whiskymaker Dhavall Gandhi
Zwei nicht-rauchige, zwei rauchige Whiskys – könnte man bei unseren zuletzt verkosteten Whiskys meinen, aber so ganz stimmt das nicht. Der Caol Ila ist unpeated und 2013 im Rahmen der Diageo Special Editions erschienen. Also hält nur der Smokehead Sherry Bomb die Rauchfahne hoch. Was sich, abgesehen von der Rauchfreiheit, der Arran und der Caol Ila noch teilen, ist die Verwendung von Bourbon- und Sherryfässern. Auf letztere verzichtet der Glen Ord ganz.
Glen Ord 13yo 2004/2017m Douglas Laing Old Particular, 48.4 Alk./Vol. (Sample: privat) – Vom ersten Riechen an spricht das Getreide zu den Sinnen, mit einem leicht fruchtigen Unterton. Für seine 48.4% ist er zunächst am Gaumen unerwartet pfeffrig, das Mundgefühl wird dann aber von der nachfolgenden Malzsüße wieder etwas befriedet.
Ein destillatbetonter Whisky, bei dem das Refill-Bourbonfass die zweite Geige spielt. Unspektakulär, ohne dabei langweilig zu sein.
-br-
Arran 21yo, Originalabfüllung 46% Alk./Vol. (Sample: privat) – Der Arran 21yo ist in allen Phasen des Genießens durch ein Wort zutreffend definiert: Eleganz. Vom vielschichtigen Duft in der Nase, der bereits von schöner Reife erzählt, über das samtig weiche und changierende Mundgefühl (Schokonoten, Feigen und Datteln, Aprikose und Malz) bis zum ebenso samtigen und mundfüllenden Abgang, der kein ende nehmen will: Hier zeigt die Destillerie, dass Destillat und Fassmanagement perfekt sind und perfekt miteinander harmonieren.
Einfach schön!
-br-
Caol Ila Stitchell Reserve 2013, OA, 59.7% Alk./Vol. (Sample: privat) – Nie im Leben käme man bei einer Blindverkostung auf die Idee, hier einen Caol Ila vor sich zu haben. Null Rauch, dafür druckvolle Karamell- und Fruchttöne. Genau so kraftvoll zeigt er sich dann auch am Gaumen, dabei aber wirklich perfekt balanciert – Vanille und dunkle Früchte vereinen sich mit Lakritze zu einem wuchtigen Mundgefühl. Im Finish dann mit viel Fantasie ein leiser Hauch von Rauch – oder sind das Holztöne?
Eine faszinierende Abfüllung!
-br-
Smokehead Sherry Bomb Islay Single Malt, Ian MacLeod 48% Alk./Vol. (Sample: privat) – Die Nase sagt eher Smokehead als Sherry Bomb, da dominiert der Rauch und lässt noch einige Specknoten zu. Dann kommt etwas ungepflegter Kuhstall, der Rauch zieht sich etwas zurück. Am Gaumen explodiert da auch nichts, das trinkt sich eher gesittet und fast cremig. Hier hält sich der Rauch zurück und auch die Specktöne baden in Süße. Insofern, was den Knall betrifft, eher ein Maulheld – was ein wenig schade ist, denn als properer Sherryraucher geht er schon durch.
Fazit: Zwar kein Blindgänger, aber auch keine Bombe.
-br-
Die Bilder der Abfüllungen für den Artikel und dessen Titelbild haben wir mit freundlicher Genehmigung zum Teil aus der Whiskydatenbank Whiskybase.com übernommen. Vielen Dank dafür!
Mit „Tasting-Splitter“ wollen wir unsere Verkostungsnotizen mit einem neuen Format ergänzen. In lockerer Abfolge berichten wir von den letzten Whiskys, die wir hier in der Redaktion im Glas hatten. Das tun wir nicht mit ausführlichen Beschreibungen des Geschmacks im klassischen Sinn, sondern wollen es auf eine ungezwungene Art tun. Eher emotional als analytisch wollen wir einige Fragen beantworten: Welchen Eindruck hinterlässt der Whisky? Was fällt uns besonders auf? Wie haben wir ihn im Moment erlebt? Welchen Charakter zeigt er?
Auch bei „Tasting-Splitter“ gilt, so wie bei den (nach wie vor geplanten) Verkostungen einzelner Whiskys: Unser Geschmack ist so subjektiv wie der Ihre. Wir fällen daher keine Urteile, sondern geben unseren persönlichen Eindruck kund. In diesem Sinne: Viel Vergnügen damit!
Auch am anderen Ende der Welt wird Whisky gebrannt – und was man dort erzeugt, ist durchaus von beachtlicher Qualität. Wir bei Whiskyexperts haben von Beginn an über australischen Whisky berichtet – einen schönen Überblick über unsere Berichte können Sie hier gewinnen.
Heute möchten wir Ihnen aber keine aktuellen News aus „down under“ präsentieren, sondern einen hervorragenden Artikel in „Whisky and Wisdom“, der mit viel Fachkenntnis über die Geschichte und den Status des australischen Whiskys berichtet. Der lange und detailreiche Artikel betitelt sich „Trouble brewing for the Australian whisky industry?“ – aber diese alarmistische Headline hätte es nicht gebrucht, um ihn interessant zu machen, ist er doch einer der besten zum vorliegenden Thema.
Am Ende des Artikels listet der Autor auch die seiner Meinung nach besten australischen Whiskys auf – die Hoffnung, diese bei uns in Geschäften zu finden, ist allerdings sehr gering.
Jedenfalls eine wirklich lesenswerte Lektüre, die auch auf diverse Aspekte des australischen Whiskymarktes eingeht, die bei uns völlig unbeachtet bleiben, so zum Beispiel die Dominanz der Produktionsabläufe und Brennblasen, die von Bill Lark entworfen wurden, quer über verschiedene Destillerien.
Bei unabhängigen Abfüllern ist Inchgower recht oft zu finden – die Speyside-Brennerei im Besitz von Diageo arbeitet in der Regel eigentlich nur für Blends und hat, abgesehen von der Flora & Fauna-Abfüllung und einigen Specials wie zum Beispiel The Manager’s Choice oder im letzten Jahr bei den Diageo Special Releases keine offiziellen Bottlings.
Serge hat heute zum Wochenauftakt vier Inchgower verkostet (darunter auch die Special Release 2018) – mit gemischten Ergebnissen, was die Wertungen betrifft.
Hier sehen Sie als Auflistung, was in der Verkostung zu finden war:
Inchgower 9 yo 2008/2018 (46%, James Eadie, first fill bourbon barrel, casks #808846+808851): 85 Punkte
Inchgower 18 yo 1999/2018 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, sherry butt, cask #12361, 591 bottles): 79 Punkte
Inchgower 18 yo 1998/2017 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, sherry butt, cask #12102, 363 bottles): 86 Punkte
Inchgower 27 yo 1990/2018 (55.3%, OB, Special Release, refill American oak hogsheads, 8544 bottles): 90 Punkte
Destillerie Inchgower. Bildrechte bei Lars Pechmann.