Ihre Top 10 Whiskyneuerscheinungen 2018

Das Jahresende ist auch immer die Zeit für Rückblicke – und so wollen wir heute einmal das letzte Jahr Revue passieren lassen, was die Neuerscheinungen bei den Whiskys anbelangt. Welche waren für Sie jene, die Ihre Neugier am meisten erwecken konnten?

Ein unbestechlicher Gradmesser dafür ist die Anzahl der Artikelaufrufe. Wir haben deshalb in den Seitenstatistiken gewühlt und überprüft, welche Ankündigungen Ihr größtes Interesse gefunden haben. Dabei haben wir Artikel über die Eintragung in der us-amerikanischen TTB-Datenbank, Pressemitteilungen und andere Neuheiten-Artikel berücksichtigt – und zwar pro Neuerscheinung nur die Meldung mit den höchsten Zugriffen (in Summe würde sich ein leicht verändertes Bild ergeben).

Was hat Sie also 2018 am meisten interessiert? Hier die Top Ten der Whisky-Neuerscheinungen – in umgekehrter Reihenfolge Ihres Interesses dafür, also von Platz 10 bis Platz 1, mit den Links zu den entsprechenden Artikeln in der Überschrift:

10. Neu: Glendronach Batch 16 erschienen – mit allen Tasting Notes

09. Neu: Glenfarclas Final Fantasy 30th Anniversary Edition

08. Neu: Bowmore 1965

07. PR: Suntory launcht außergewöhnliche limitierte Edition von Hibiki Japanese Harmony

06. Neu bei Bruichladdich: Yellow Submarine 1991 (WMDIII)

05. Relaunch von Port Charlotte Islay Single Malt Scotch Whisky

04. Neu: Aberlour Casg Annamh

In den Top 3 findet sich – und das freut uns sehr, die Ankündigung einer Serie von Abfüllungen deutscher Händler. Das beweist für uns, dass auch Gutes ohne die ganz großen PR-Aktivitäten bei Whiskyfreunden Aufmerksamkeit findet, wenn man es in den richtigen Kanälen lanciert.

03. Neu – Die Local Dealer Selection 2nd Edition

02. Metallica mit eigenem Whiskey: “Blackened American Whiskey”

Platz gehört wieder der Ankündigung einer Serie – und zwar einer, die schon einer Serie zugeschrieben wurde. Hier ist die meistbeachtete Neuankündigung des Jahres 2018, und wir können uns vorstellen, dass diese Ankündigung auch weltweit ein PR-Coup war:

01. Neu: Game of Thrones Single Malt Collection

Soweit unsere Übersicht. Fanden Sie diese Top Ten ebenso spannend wie wir? Dann freuen Sie sich mit uns – wir werden uns bis Jahresende gemeinsam noch weitere Top-Listen ansehen. Bis dahin!

 

 

 

 

Serge verkostet: 4x Auchentoshan

Aus der Lowland-Brennerei Auchentoshan, die ihren Whisky ja dreifach destilliert, stammen die vier Abfüllungen, die sich Serge Valentin für seine Verkostung heute ausgesucht hat. Dabei ist auch die neueste Ausgabe des Bartender’s Malt, die im Rahmen einer Veranstaltungsserie von den siegreichen Barkeepern gemeinsam mit der Destillerie zusammengestellt und dann veröffentlicht wurde.

Der Rest der Verkostung sind zwei unabhängige Abfüllungen und ein Bottling aus der Destillerie, das für China gemacht wurde. Hier die Flaschen und ihre Wertungen:

  • Auchentoshan ‘The Bartender’s Malt’ (47%, OB, +/-2018); 79 Punkte
  • Auchentoshan 21 yo 1996/2018 (51.5%, Douglas Laing, Old Particular, refill hogshead, cask # 12591, 191 bottles): 85 Punkte
  • Auchentoshan 21 yo 1997/2018 (52.4%, Signatory Vintage for The Whisky Barrel, refill sherry hogshead, cask #2911, 168 bottles): 80 Punkte
  • Auchentoshan 27 yo 1990/2017 (53.1%, OB, for CWS China, 1st fill oloroso sherry cask, 512 bottles): 89 Punkte
Auchentoshan. Die Stills. Photo credit: ben_nuttall on Visual Hunt / CC BY-SA

Serge verkostet: Ardmore, ein Quartett

Am ersten Tag nach den Weihnachtsfeiertagen, der aber (hoffentlich) von sehr vielen Menschen als Urlaub genutzt wird, sind weder Serge noch wir untätig. Serge nicht, weil er eine neue Verkostungssession veröffentlicht – und wir nicht, weil wir wie immer darüber berichten.

Diesmal geht es in die Highlands, zu einer der Destillerien, die abseits der üblichen Verdächtigen durchwegs getorften Whisky produzieren. Bei Ardmore sind da auch in der offiziellen Range hin und wieder echte Perlen dabei, siehe zum Beispiel der zwölfjährige Ardmore mit Port Finish, der um kleines Geld großen Geschmack bot.

Aber auch bei den Unabhängigen ist da einiges Interessantes dabei. Drei der vier verkosteten Whiskys bei Serge punkten sehr hoch.

Die Teilnehmer und Wertungen der Verkostung von heute:

  • Ardmore 15 yo 2002/2017 (46%, Chieftain’s, Madeira finish, cask #94091, 519 bottles): 87 Punkte
  • Ardmore 1996/2017 (53.5%, The First Editions, refill hogshead, 90 bottles): 78 Punkte
  • Aird Mhor 8 yo 2009/2018 (55.3%, The Single Malts of Scotland, cask # 707910, 261 bottles): 84 Punkte
  • Ardmore 9 yo (60.10%, Chorlton Whisky, bourbon barrel, 153 bottles, 2018): 87 Punkte
Ardmore. Bild: Potstill

Whisky im Bild: Old Crow Distillery (Wallpaper)

In unserer Serie mit Wallpaper-Aufnahmen von Destillerien haben wir bislang den amerikanischen Kontinent nicht behandelt – und möchten das heute ändern. Diesmal bieten wir Ihnen ein Photo aus Kentucky, von einer historischen Brennerei, die seit 1987 verfällt.

Die ehemalige Old Crow Distillery stammt eigentlich aus dem Jahr 1878 und wurde nahe Frankfort in Kentucky gebaut. Der bei ihr produzierte Whiskey war einstmals einer der meistverkauften der Welt – vor allem nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. Ab 1960 gab es den Olfd Crow auch in Deutschland, allerdings wurde er 1970 von Jim Beam als bestverkaufter Bourbon abgelöst. 1978 wurde die Brennerei samt den Markenrechten von Jim Beam gekauft und die Produktion abgezogen. Seit 1987 verfällt das Gebäude, seit 2013 wird in einem kleinen Nebengebäude wieder im Rahmen eines kleinen Unternehmens Bourbon gebrannt.

Wer mehr über die Brennerei und vor allem über den Old Crow Whiskey und seinen Schöpfer und Master Distiller mit schottischer Ausbildung, James C. Crow, erfahren will, kann dies in einem interessanten Wikipedia-Eintrag tun.

Unser Bild stammt von A Train. Sie können es auch kommerziell verwenden, dürfen es aber nicht verändern und bearbeiten. Die Vollversion hier ist 5453×3169 Pixel groß und 3.3MB schwer, untenstehend finden Sie eine verkleinerte Version zum Anklicken und Ansehen.

Photo credit: A Train on Foter.com / CC BY-ND

Serge verkostet: 4x Springbank

Weihnachten gönnt man sich gerne mal etwas Besonderes – und auch Serge Valentin scheint da keine Ausnahme zu sein. Diesmal bei ihm im Glas: Vier Abfüllungen aus der Brennerei Springbank, eine der drei aktiven Destillerien in der Whiskyregion Campbeltown.

Alle vier Abfüllungen sind 22 Jahre alt und älter – und alle wurden in diesem nun fast schon beendeten Jahr veröffentlicht. Und alle werden von Serge sehr gut bewertet – und dass Serge die Brennerei besonders mag (er hält sie für die vielleicht beste Destillerie zur Zeit), ist ja auch kein großes Geheimnis.

Hier die Liste un die Wertungen der vier Bottlings in der heutigen Verkostung:

  • Springbank 23 yo 1995/2018 (48%, WhiskyNerds, fresh sherry hogshead, cask #63, 243 bottles): 89 Punkte
  • Springbank 25 yo 1993/2018 (55.2%, OB private for Feinkost Reifferscheid, refill bourbon hogshead, cask #596, 120 bottles): 90 Punkte
  • Springbank 22 yo 1996/2018 (54.9%, Archives, bourbon hogshead, cask #55, 259 bottles): 88 Punkte
  • Springbank 22 yo 1996/2018 (55.8%, Archives, bourbon hogshead, cask #56, 277 bottles): 91 Punkte
Springbank. Bild (c) ALexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

TTB-Neuheiten: Writers Tears Double Oak, The Macallan Classic Cut 2019

Ein wenig Wühlen in der us-amerikanischen TTB-Datenbank bringt zwei mögliche neue Abfüllungen zum Vorschein, eine davon aus der Speyside, die andere aus Irland. Wie immer gleich vorweg: Es gibt keine wie auch immer geartete Garantie, dass diese Abfüllungen auch (bei uns) erscheinen – unwahrscheinlich ist es aber keinesfalls.

Beginnen wir in der Speyside mit The Macallan. The Macallan Classic Cut Limited 2019 Edition ist mit 52,9% vol. alk. abgefüllt und reifte in spanischen Sherryfässern, die von Nick Savage, dem Master Whisky Maker bei Macallan, ausgesucht wurden. Hier die Etiketten dazu:

Vor kurzem haben wir Ihnen ja auch die Etiketten eines Glenlivet 14yo Cognac Cask Selection präsentiert. Auch in Irland finden solche Cognac Casks Verwendung, und zwar in einem möglichen neuen Writers Tears Double Oak. Hier erfolgte die Reifung in Bourbon Barrels aus amerikanischer und Cognac Barrels aus französischer Eiche. Auch die verwendeten Whiskeys sind unterschiedlich: Es ist eine Mischung aus Single Pot Still und Single Malt Irish Whiskey. Abgefüllt soll der neue Writers Tears Double Oak mit 46% Alkoholstärke werden.

Auch hier die Etiketten für Sie:

 

Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf. 

PR: Whisky-Witze – ein neues Buch vom „Whisky-Vikar“

Whisky und gute Laune – das sind zwei Dinge, die beim Genießen zusammenkommen sollten. Denn beides hat mit Lebensfreude zu tun. So lag es für den schreibenden Priester DDr. Wolfgang F. Rothe nahe, ein neues, drittes Buch zu schreiben, in dem er Whisky mit einem dazu passenden Thema verbindet; hier also Whisky und Witze.

Der Verlag informiert Sie mit der nachfolgenden Pressemitteilung vorab über das neue Buch „Whisky-Witze„, das am 27. Januar offiziell vorgestellt wird und schon ab jetzt vorbestellt werden kann:


WHISKY-WITZE – EIN NEUES BUCH VOM „WHISKY-VIKAR“

Nach „Wasser des Lebens“ (2016) und „Whisky-Wallfahrten“ (2018) erscheint Anfang 2019 das dritte Buch des auch als „Whisky-Vikar“ bekannten Münchener Priesters und Whiskyexperten Wolfgang F. Rothe.

Darin erinnert Rothe daran, dass Lachen – einem alten Sprichwort zufolge – die beste Medizin ist. Darum ist ein guter Witz der perfekte Begleiter beim Genuss eines guten Whiskys, denn Whisky wurde einst – und das ist kein Witz! – zu medizinischen Zwecken erfunden.

In seinem neuen Buch hat der promovierte Theologe und Kirchenrechtler mehr als zweihundert Witze zusammengetragen, denen eines gemeinsam ist: Sie haben alle mal mehr, mal weniger mit Whisky zu tun. Dass es darin sehr häufig auch um Gott, Glaube und Geistlichkeit geht, ist aber kein Zufall, denn es waren – wiederum kein Witz! – Mönche, die den Whisky erfunden haben.

Ihre ebenso lebensbejahende wie lebensfrohe Spiritualität lebt in der Spirituose Whisky gewissermaßen fort. So gesehen kann der Genuss eines guten Whiskys, zumal dann, wenn er von einem guten Witz begleitet wird, vielleicht sogar – und das ist einmal mehr kein Witz! – zu einer spirituellen Erfahrung werden.

Die offizielle Buchvorstellung erfolgt am 27. Januar 2019 im Pfarrsaal der Pfarrei St. Michael im Münchner Stadtteil Perlach. Beginn ist um 16:00 Uhr mit einem ökumeni-schen Gottesdienst in der benachbarten Pfarrkirche, der mit Dudelsack und Orgel musikalisch gestaltet wird.

„Whisky-Witze“ kann ab sofort vorbestellt werden: direkt beim EOS-Verlag sowie überall dort, wo man Bücher kaufen kann.

Whisky-Witze
gesammelt und präsentiert von Wolfgang F. Rothe
160 Seiten, Hardcover, mehr als 50 Farbbilder
Verlag EOS – Editions Sankt Ottilien
ISBN 978-3-8306-7935-6

Serge verkostet: Port Ellen (mit viel Kraft)

Port Ellen wird ja in Bälde wieder aufgebaut (über einen Vorantrag zur Baugenehmigung berichteten wir hier als erstes Medium weltweit). Wie die neuen Abfüllungen aus dieser ikonischen Islay-Destillerie dann schmecken werden, müssen wir noch mit (jeder Menge) Geduld abwarten, die alten Bottlings sind jedenfalls bei Sammlern und Genießern sehr begehrt.

Drei fassstarke Bottlings aus Port Ellen hat sich Serge am Christtag eingeschenkt – und jeder davon scheint ihm mehr als Freude bereitet zu haben. Wie fast zu erwarten sind zwei Abfüllungen besonders herausragend: Eine aus der Rare Malts Serie und eine vom italienischen Abfüller Sestante.  Aber auch der von der SMWS kann in der Verkostung überzeugen.

  • Port Ellen 1978/1996 (60.1%, Scotch Malt Whisky Society, #43.10): 88 Punkte
  • Port Ellen 20 yo 1978/1998 (60.9%, OB, Rare Malts): 92 Punkte
  • Port Ellen 15 yo 1974/1990 (64.5%, Sestante) : 92 Punkte
Port Ellen 2018. Bild © Juri Stiehl

Video: Ralfys Whisky of the year 2019

Die aktuelle Verkostung von Ralfy, wie fast immer aus seinem Domizil auf der Isle of Man, steht nicht in der aktuellen Abfolge von Verkostungen, die er immer am Dienstag präsentiert – sondern sie widmet sich seinem persönlichen Whisky des Jahres, also jenem Whisky, der ihn in diesem Jahr besonders überzeugt hat.

Ralfy nennt es einen „integrity whisky“, also eine Abfüllung, die nicht viel Wert auf viel Marketing und viel Glanz legt, sondern auf die wichtigen Dinge bei einem Whisky: Geruch und Geschmack.

Wir wollen Ihnen die Spannung nicht nehmen, aber zwei Dinge seien schon vorab verraten: Ungeduldige müssten sein Video bis ca. 21:15 vorspulen – und auch in unseren 12 Whiskys des Monats, die wir in diesem Jahr ausgesucht haben, ist dieser Whisky, wir finden mit Fug und Recht, vertreten.

Viel Vergnügen bei dem oben stehenden, kurzweiligen und interessanten, ca. 25 Minuten langen Video, das Sie auch auf Youtube finden können.

Whiskyexperts wünscht Frohe Weihnachten!

Kurz vor Heiligabend möchten wir allen unseren Lesern, unseren Freunden und Partnern in den Destillerien, in den Unternehmen und im Handel ein frohes, fried- und liebevolles Weihnachtsfest wünschen. Genießen Sie schöne, entspannte Tage – mit der Familie, guten Freunden, guten Gesprächen, einem guten Buch oder einem guten Whisky. 

Die Kelpies zwischen Edinburgh und Glasgow mit ihrer Weihnachtsbeleuchtung. Photo credit: Michel Curi on Foter.com / CC BY

Wir sind natürlich auch in dieser Zeit, wie schon seit unseren ersten Nachrichten im März 2013, für Sie da – und zwar jeden einzelnen Tag, auch wenn natürlich die News bis Anfang nächsten Jahres etwas spärlicher eintrudeln werden. Aber wir suchen und finden Lesenswertes für Sie und begleiten Sie mit interessanten Artikeln und Features – denn unseren Anspruch, die schnellsten und umfassendsten Whiskynachrichten zu bieten, geben wir natürlich auch über die Feiertage nicht auf ;-).

Weihnachtiliches Edinburgh. Photo credit: marsupium photography on Foter.com / CC BY-SA

Danke für Ihre fortgesetzte Treue und das große Interesse an unserem Angebot, das 2018 zu dem für uns erfolgreichsten Jahr bisher gemacht hat. Aber mehr dazu zu einem anderen Zeitpunkt.

Frohes Fest!

Ihr Team von Whiskyexperts

Unser drittes weihnachtliches Bild, das Sie untenstehend finden, zeigt ein nicht allzu häufiges Ereignis: Schnee auf Islay, genauer gesagt bei Lilly Loch. Bei Lilly Loch handelt es sich um einen kleinen See, den man mit einem Fußmarsch beginnend oberhalb von Caol Ila erreichen kann…

Photo credit: Odd Wellies on Foter.com / CC BY

The Herald: 10 Tipps für das richtige Verkosten

Wir hoffen ja für Sie, dass unter Ihrem Weihnachtsbaum unter vielen anderen schönen Dingen auch eine Flasche Whisky dabei ist – oder mehrere. Für manche unter unseren Lesern wird es vielleicht die erste Flasche, oder die erste „besondere“ Flasche Whisky sein, und deshalb möchten wir Ihnen heute, sozusagen als Vorbereitung auf das Fest nach dem Fest, einen englischsprachigen Artikel unter dem Titel „Dram good advice: 10 top tips on how to taste whisky“ auf The Herald ans Herz legen, der Ihnen zehn Tipps für das richtige Verkosten gibt.

Diese zehn Tipps sind vor allem für Einsteiger gedacht, aber auch für alle, die sich schon länger mit dem Verkosten von Whisky beschäftigen, sind sie in ihrer komprimierten Abfolge interessant und nützlich.

Drei Tipps, die wir in der Aufstellung vermisst haben, möchten wir Ihnen noch gesondert vorstellen, denn wir denken, dass sie für den kompletten Genuss des Whiskys zusätzlich zu den 10 Tipps auf The Herald nützlich sind:

  1. Der Whisky, den Sie verkosten, sollte nicht unter Zimmertemperatur haben. Ist er zu kalt, „schließt“ er sich, was den Geschmack angeht, und er kühlt auch die Geschmacksknospen im Mund herunter, was die Aufnahmefähigkeit noch zusätzlich vermindert.
  2. Bei einer frisch geöffneten Flasche gilt die Faustregel: Pro Jahr im Fass eine Minute im Glas. Der Whisky braucht einige Zeit (und etwas Sauerstoff), um sich geschmacklich voll präsentieren zu können. Während Sie also auf den Whisky warten, können Sie aber immer wieder an ihm riechen. Sie werden feststellen, dass sich auch der Geruch über die Zeit verändert.
  3. Wenn Sie mehrere Whiskys in Folge verkosten, dann beginnen Sie mit den nicht getorften und enden Sie mit den torfigen, rauchigen Whiskys. Innerhalb der beiden Gruppen die alkoholischeren Tropfen eher zum Ende hin einsortieren. Und der wirkliche Genuss liegt in der bewussten Mäßigung. Man kann seine Sinne recht schnell überfordern.

Wir wünschen Ihnen genussvolle Momente!

Serge verkostet: Malt Mill (extrem rar)

Malt Mill – eine Destillerie, die nicht jedermann geläufig ist, und deren Geschichte außergewöhnlich und spannend ist. In kurzen Worten: Malt Mill ist Laphroaig, am Gelände von Lagavulin erzeugt – und zählt zu den Whiskys, die man eigentlich nicht bekommen kann, weil es einfach keine Abfüllungen von ihm gibt – bis auf eine, und auch die hat wieder eine sehr erstaunliche Geschichte. Bei Lagavulin findet man noch einige Gebäude, die zur alten Malt Mill Distillery, die 1908 gegründet und 1960 geschlossen wurde, und ein solches haben wir auch bei unserem Besuch der Brennerei aufgenommen. Sie finden es untenstehend und als Titelbild.

Sie können die Details zu Malt Mill und der einzigen Abfüllung (zu der man sagen muss: höchstwahrscheinlich echt) bei Serge auf der Seite nachlesen – gemeinsam mit der Verkostung dieses Kleinods der Whiskygeschichte, die er gemeinsam mit Angus MacRaild und Emmanuel Dron, einem ausgewiesenen Experten für antike Whiskys, vorgenommen hat. Eine Lektüre, die wirklich Spaß macht. Und natürlich können Sie auch die Verkostung dort im Detail nachlesen, wir bringen ja hier wie üblich einfach die nackten Zahlen:

  • Malt Mill 10 yo 1959/1969-+/-1995 (46%, James MacArthur, Fine Malt Selection, 5cl): 91 Punkte
Dieses Gebäude auf dem Gelände von Lagavulin gehörte zu Malt Mill. Bild © Whiskyexperts

TTB-Neuheiten: Tomatin 1975 und Glenlivet 14yo Cognac Cask Selection

Auch am Tag des Heiligen Abends sind weder die Whiskywelt noch wir untätig: Wir können Ihnen heute zwei Neuheiten aus der us-amerikanischen TTB-Datenbank vorstellen, die wahrscheinlich auch den Weg zu uns in den deutschsprachigen Raum finden werden. Wie üblich beachten Sie bitte den „Warnhinweis“ am Ende des Artikels.

Neuheit Nummer 1 ist ein Tomatin 1975, von dem 300 Flaschen abgefüllt werden (man darf annehmen, dass er in einer schön gearbeiteten Box erscheinen wird. Abgefüllt ist er mit 46.5%. Die Etiketten geben über ihn auch noch preis, dass er 43 Jahre lang in Eichenfässern reifen konnte:

Eine zweite Neuheit scheint sich von Glenlivet anzubahnen: Der Glenlivet 14yo Cognac Cask Selection scheint so etwas wie der Nachfolger des alterslosen Captain’s Reserve aus dem Frühjahr zu sein (wir berichteten hier). Nun ist er 14 Jahre alt, aber immer noch mit 40% Alkoholstärke abgefüllt. Hier die Etiketten:

Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf. 

Teeling erhält Baugenehmigung für Lagerhäuser in Co Cavan

Vor ein paar Tagen konnten wir darüber berichten, dass die Vault Storage Limited die Baugenehmigung für zwölf Lagerhäuser in Moyvore in Co Westmeath erhalten hat. Heute erreicht uns nun die Meldung, dass auch Teeling die dringend benötigte Kapazitätserweeiterung der Lagermöglichkeiten genehmigt bekommen hat – und zwar mit Lagererhäusern für 24.000 Fässern, in Bailieborough.

Drei Millionen will das Unternehmenh in den Bau der Hallen investieren, die – sehr praktisch – gleich neben der Terra Company dort entstehen, die den Whiskey von Teeling abfüllt.

In insgesamt drei Hallen wird man je 8000 Fässer mit 200l Kapazität unterbringen, um den Spirit die minimal benötigten drei Jahre oder länger reifen zu lassen. Die Kapazität beträgt daher nur ein Achtel jener der Anlage in Moyvore, aber diese ist ja nicht für eine einzelne Destillerie, sondern für die Whiskeyindustrie insgesamt gedacht.

Die Teeling-Distillery in Dublin (auf unserem Titelbild zu sehen) hat erst im Herbst dieses Jahres ihren ersten eigenen, dreijährigen Whiskey veröffentlicht. Alle vorigen Abfüllungen stammten aus den Fässern, die die Teeling-Familie aus ihrer Beteiligung an der Cooley-Brennerei mitgenommen hat.

Die Teeling-Distillery in Dublin. Bild © Whiskyexperts