Nicht nur Serge, sondern auch Ralfy hat sich heute die Destillerie in Forres als Objekt seines Tastings ausgesucht: Bei Ralfy ist es ein alter Glenburgie aus dem Jahr 1966, abgefüllt im Jahr 2012 von Gordon & MacPhail – es ist der älteste Whisky, den er jemals in einem Video auf Youtube verkostet hat. Die Preise für ihn differieren quer durch Europa übrigens ziemlich: Zwischen 550 und knapp 1000 Euro muss man auf den Tisch legen.
Was man dafür erhält? Laut Ralfy einen guten, aber nicht weltbewegenden alten Malt, der in seinen Büchern ab sofort mit 86 von 100 Punkten steht. Sehenswertes Video wie immer, mit jeder Menge Hintergrundinfo.
Dass es neben dem Ardbeg Kelpie einen weiteren neuen Ardbeg namens Ardbeg An Oa geben wird, ist bereits im Oktober als Gerücht durch die Whiskyszene gegangen (wir berichteten hier). Nun sind auf der TTB-Datenbank von Tastydram aus Belgien auch die Label zum An Oa gefunden worden, und sie verraten einiges über die neue Abfüllung:
Rauchig, süß und rund soll er also sein, der An Oa, frisch getoastete Eichenfässer, Bourbon Casks und PX Sherry Casks sind an ihm beteiligt. Abgefüllt wird er laut dem Label mit 46.6% – weiter offen bleiben allerdings noch das Erscheinungsdatum und der Preis. DASS er erscheinen wird, trauen wir uns nach einer Andeutung von Bill Lumsden allerdings ziemlich sicher zu sagen…
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
„Blendfiller“ – so bezeichnet man Glenburgie manchmal etwas herablassend, denn der Whisky ist weder sehr oft als Originalabfüllung zu finden, noch sehr oft bei unabhängigen Abfüllern. Eigentlich gibt es nur drei, die ihn sehr häufig im Programm haben: Gordon & MacPhail, die SMWS und Signatory.
Serge Valentin hat heute drei unabhängige Abfüllungen aus der Speyside-Destillerie verkostet, und alle Wertungen liegen bei ihm heute in den hohen Achtzigern. Hier die Wertungen im Einzelnen, für die detaillierten Beschreibungen verweisen wir Sie auf die Seite von Serge:
Glenburgie 21 yo 1995/2016 (54.1%, Archives, hogshead, cask #6282, 278 bottles): 87 Punkte
Glenburgie 26 yo 1989/2016 (52.8%, Silver Seal, Cavalleria Rusticana, cask #16311): 86 Punkte
Glenburgie 1984/2014 (54.5%, Gordon & MacPhail, Exclusive for La Maison du Whisky, refill bourbon barrel, cask #8510): 86 Punkte
Glenburgie Destillerie, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz
Unser Titelbild zeigt das alte Excise-House bei Glenburgie. Bild: Potstill Wien
Es geht in die sechste Woche der Zusammenstellung mit neuen Videos rund um Whisky, über die uns die Vlogger selbst informiert haben. Viel Vergnügen beim Durchstöbern und Ansehen!
Hier wie immer unser Aufruf an alle Vlogger: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.
Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Das irische Unternehmen West Cork Distillers hat ein neues Betriebsgelände in Skibbereen, County Cork, eröffnet. Der 2.5 Millionen Euro teure Bau soll vor allem dabei helfen, die Kosten für die Lagerung der Produkte in fremden Warehouses zu minimieren. Hospitality Ireland berichtet in einem Artikel, dass sich das Geschäftsvolumen des Whiskeyerzeugers aus dem Süden der grünen Insel in den letzten fünf Jahren verzwanzigfacht hat und dieser Bau dringend notwendig wurde.
Das Unternehmen, das 2004 von John O’Connel sowie Denis und Ger McCarthy gegründet wurde, exportiert Whiskey in 60 Länder und beschäftigt 42 Personen. Über einen Bericht von einem Besuch bei West Cork Distillers, in Deutschland von Kirsch Whisky importiert, haben wir hier geschrieben. Vom Autor des Berichts, Pascal Penderak, stammt auch unser Titelbild, das das Toasten eines Fasses bei West Cork Distillers zeigt.
Full HD und knapp 30 Minuten fantastische Bilder – das ist unser Video für den heutigen Sonntag. Aufgenommen hat es Gordon Smith auf einer Reise der Westküste Schottlands entlang und zu den Äußeren Hebriden, und es stammt aus dem Sommer des letzten Jahres. Fast alles sind Flugaufnahmen, aber auch schöne Fotos sind daruntergemischt.
Gordon meint im Kommentar dazu, er hätte versucht, sich alle Ortsnamen zu merken, es könnten ihm aber durchaus einige Fehler dabei passiert sein. Also ist das Video, das Sie auch auf Youtube finden, nicht nur eine Augenweide, sondern auch Beschäftigung für jene, die sich in Schottland bestens auskennen und vielleicht die eine oder andere falsche Ortsangabe entdecken können.
Jedenfalls wünschen wir viel Vergnügen mit dem obenstehenden Video und einen schönen Sonntag – und wenn es News gibt, dann gibt es sie hier :).
Balcones, Westland, Wasmund’s – vielleicht sind das nicht die ersten Namen, an die man bei amerikanischen Whiskeys denkt, aber sie sind mittlerweile Player, die nicht unter dem Radar laufen, sondern immer mehr Aufmerksamkeit erlangen.
Was sie gemeinsam haben? Es sind alles Single Malt Whiskeys, und hinter ihnen stehen so bekannte Namen wie Chip Tate (jetzt bei Tate & Co. Distillery in Waco, Texas) oder Tyler Pederson, Master Distiller bei Westland. Und sie sind nicht die einzigen Single Malt Whiskeys, die es in Amerika gibt – es kommen auch neue hinzu, wie zum Beispiel die Virginia Distillery in Lovingston, die gerade dabei ist, Single Malt zu erzeugen.
Ein Artikel in der Online-Ausgabe der Washington Post widmet sich diesem neuen Trend bei amerikanischen Whiskeys, und er sagt voraus, dass das keine Eintagsfliege oder ein exotisches Pflänzchen bei US-Destillerien werden könnte, sondern wesentlich mehr. Auch die American Single Malt Whiskey Commission, über die wir bereits im Juli hier auf Whiskyexperts berichtet haben und die klare Standards für US Single Malt etablieren will, wird im Artikel angesprochen.
Insgesamt eine interessante Lektüre fürs Wochenende.
Nachdem uns der Winter diesmal fast überall im deutschen Sprachraum Schnee bringt (und auch auf den britischen Inseln damit nicht geizt), wollen wir Ihnen heute wieder einmal ein winterliches Wallpaper zur Verfügung stellen. Und wieder einmal ist es die Gegend um Glencoe, die für das Motiv herhalten muss. Paul Morris hat diese bergige Winterlandschaft mit seiner Kamera eingefangen; Sie können sie hier in der Größe von 3475 x 2015 Pixel und 1.2MB herunterladen, oder wie üblich untenstehend in einer etwas verkleinerten und heruntergerechneten Version betrachten.
Ein 26 Jahre alter Glendronach mit der Signatur von Donald Trump hat bei einer Auktion in Glasgow 6000 Pfund eingebracht – mehr als das Doppelte der erwarteten 2500 bis 3000 Pfund. Ersteigert hat die Flasche ein kanadischer Pilot. Colin Plint, der Käufer, war eigentlich zur Versteigerung einer eigenen Flasche im Auktionshaus, und hatte eigenem Bekunden nach keine vorherige Absicht, die Trump-Flasche zu ersteigern.
Der Glendronach 26yo wurde im Jahr 2012 zur Eröffnung des Golfplatzes von Trump (Trump International Gold Links) in Aberdeenshire abgefüllt, berichtet BBC.
Schon früher sind solche Flaschen bei Auktionen versteigert worden (insgesamt wurden 504 davon abgefüllt) – allerdings gingen sie zu wesentlich geringeren Preisen an den Bestbieter.
Titelbild unter Verwendung eines Fotos von Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, Link
An der Spitze der High-End Spirits Division des Getränkegiganten Edrington (Macallan, Highland Park, Famous Grouse – um nur einige zu nennen) wird es Mitte dieses Jahres einen Umbau geben: Bill Farrar, der seit 1989 bei Edrington war, wird das Unternehmen im Juni mit unbekanntem Ziel verlassen. Nachfolger wird der bisher als Präsident von Edrington Americas fungierende Paul Ross, berichtet Herald Scotland (voller Artikel nur für Abonnenten lesbar).
Ob der im Sommer verlautbarte Gewinnrückgang des privaten Unternehmens von -13% mit ein Auslöser für den Umbau war, ist nicht bekannt.
Zwei relativ neue japanische Blends, von denen Serge zu Beginn gleich anmerkt, dass sie für Blends verhältnismäßig teuer wären (€50 bis €60), stehen heute auf dem Programm seiner kurzen Verkostung. Er habe nicht viel Hoffnung, schreibt Serge vorab, dass der Geschmack den Preis rechtfertigen würde, nimmt sich aber vor, den beiden Abfüllungen möglichst unvoreingenommen entgegenzutreten.
Letztendlich reicht es aber nicht zur Begeisterung. Zu flach, zu eindimensional sind sie ihm:
Yamazakura (40%, OB, Japanese blend, +/-2016): 70 Punkte
Super Nikka ‘Revival’ (43%, OB, Japanese blend, +/-2016): 78 Punkte
Zur Feier des 50jährigen Berufsjubiläums von Richard Paterson hat Dalmore nun den Dalmore 50yo aufgelegt – eine Sonderabfüllung, für die der geneigte Interessent £50,000 auf den Tisch legen muss, um eine der 50 Decanter, die mit 40% abgefüllt sind, zu erwerben.
Wir erwarten in den nächsten Tagen eine offizielle Presseaussendung dazu, darum hier einmal die Fakten rund um die Abfüllung, inklusive der Tasting Notes in Originalsprache:
1966: Der New Make Spirit wird in American white oak exBourbon casks gefüllt
2003: Der bereits gereifte Whisky wird in Matusalem oloroso sherry casks transferiert
2012: Eine weitere Reifeperiode in Port Colheita pipes begoinnt
2016: Im Jänner des Vorjahres wird der Whisky in Bourbon Barrel gefüllt, da er das erwünschte Geschmacksprofil erreicht hat
November 2016: Ein letztes Finish in Domaine Henri Giraud Champagne casks – 50 Tage lang, danach wurde der Dalmore abgefüllt.
Auch die Verpackung ist höchst aufwendig: Ein Baccarat-Decanter mit Applikationen von Hamilton & Inches sowie einer Box von Linley geben dem Whisky den entsprechenden Rahmen.
Hier noch die Tasting Notes im Original:
Aroma: Caramelised orange segments, vanilla pods and sweet sultanas Palate: Tangy thick cut marmalade, roasted coffee and moist chocolate cake Finish: Crushed almonds, black morello cherries and soft liquorice
Wer sich überlegt, die Flasche zu kaufen: Über das Wie und wo erteilt die Destillerie telefonische Auskünfte: The Dalmore Distillery unter +44 (0) 1349 882 362
Was im Vorjahr mit einer Website für den Classic Laddie begann (wir berichteten), auf der man mit dem Bottle Code genaueste Infos über die Zusammensetzung des Vattings für den Whisky erhalten konnte, wird nun von Seiten der Destillerie mit einer gleichartigen Seite für den Port Charlotte Scottish Barley fortgesetzt.
Auf der Webseite des Port Charlotte Scottish Barley können nun Kunden einen auf dem Label zu findenden fünfstelligen Code eingeben, der zu genauen Angaben führt: Abfülldatum, die Zahl der Fässer, die von jedem Fasstyp verwendet wurden, das Jahr der Destillation, die Gerstensorte und den Fasstyp. Wer es ausprobieren will, hier ein Code: 14/110.
Mit der Erweiterung ihres Transparenzangebotes folgt Bruichladdich der eingeschlagenen Unterstützungslinie für eine allgemeine Transparenzoffensive, die von John Glaser (Compass Box) im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde.
Zum zweiten Mal widmen wir uns heute dem recht neuen unabhängigen Abfüller Scotch Universe. Weil wir uns hier nicht wiederholen möchten, verweisen wir auf unsere Verkostung des Kepler-186f. Die Hintergründe und Aufschlüsselung der einzelnen Detailangaben auf den Flaschen finden Sie dort.
Der heutige Kandidat trägt den Namen Voyager I, sein Code lautet 231° U.4.1′ 1886.2“TS. Dieser Teaspoon-Whisky kommt aus der Speyside, die Brennerei wurde 1886 gegründet. Der ungetorfte Whisky lagerte 231 Monate in einem erstbefüllten Côte de Beaune Barrique-Fass.
Nase: Der Voyager I ist sofort präsent und deutlich, ohne jedoch laut zu werden. Vollreife dunkle Früchte und rote Beeren, gebettet auf einem Gebäck aus Mürbeteig lassen ihn zu einem schönen leichten Nachtisch werden.
Gaumen: Fruchtig prickelnd erscheint er am Gaumen ein wenig leichter als in der Nase, ohne jedoch an Präsenz zu verlieren. Samtig wunderbar eingebunden ist der Alkohol – nicht dass wir ihn vermissen. Die 52,9 % Vol. fielen schon in der Nase nicht auf.
Finish: Prickelnd fruchtig und ein wenig trocken werdend verabschiedet sich der Voyager I recht langsam, der dann doch endlich mal zu bemerkende Alkohol sorgt für ein angenehmes wärmend-wohliges Gefühl.
Alles in allem: Ein rund herum sehr harmonischer und äußerst ausgewogener Whisky. Das Barrique-Fass aus der Côte de Beaune nimmt hier einen merklichen Einfluss, es überlagert jedoch mit seinen Aromen nicht den Whisky. Das Destillat mit seinem Charakter und das Fass bekamen mehr als 19 Jahre Zeit, sich aufeinander abzustimmen. Sie haben diese Zeit sehr gut genutzt.
Seit 2016 verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.