Serge verkostet: Elf namenlose, torfige Single Malts

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Sie werden in letzter Zeit immer mehr: Rauchige/torfige Whiskys, die keine Destilleriebezeichnung tragen. Die Unsicherheit über die Herkunft lässt sich der Whiskygenießer mit einem meist attraktiven Preis abgelten – und wer diese Entwicklung über die letzte Zeit mitverfolgt hat der kann attestieren, dass die Namenlosen in der Qualität meist recht ansehnlich unterwegs sind.

Trotzdem ist es ganz gut, von anderen zu hören, wie die einzelnen Abfüllungen schmecken und ob sie dem eigenen Beuteschema entsprechen könnten. Serge Valentin gibt heute mit elf Verkostungsnotizen einen Anhaltspunkt.

Hier das, was er in der Verkostung probiert und bewertet hat:

  • Hamiltons Islay (40%, Hamilton’s single malt, +/-2017): 84 Punkte
  • Peat (45%, Elixir Distillers, Elements of Islay, single malt, bourbon barrels, +/-2018): 84 Punkte
  • Islay Malt 8 yo 2008/2016 (58.5%, Liquid Treasures, bourbon): 86 Punkte
  • Williamson 6 yo 2011/2018 (59.6%, Liquid Treasures, bourbon hogshead): 87 Punkte
  • Williamson 6 yo 2011/2018 (59.6%, Liquid Treasures, bourbon hogshead): 80 Punkte
  • Islay 10 yo 2007/2018 (57.6%, North Star Spirits, finished in Bordeaux): 81 Punkte
  • Isle of Islay 8 yo 2008/2016 (52.8%, Sansibar, P. Van Vliet and J. Corte, 250 bottles): 86 Punkte
  • Undisclosed Islay 6 yo (57.9%, Single Cask Nation, 2nd fill PX barrique, cask #613-4, 276 bottles, +/-2015): 87 Punkte
  • Islay Malt 7 yo (59.2%, Cadenhead, +/-2016): 86 Punkte
  • Islay Malt 9 yo (59.3%, Cadenhead, 2017): 88 Punkte
  • Images of Islay ‘Carraig Mhor Lighthouse’ (53.2, Malts of Scotland, 2014, 254 bottles): 80 Punkte
An der Südküste von Islay. Im Hintergrund Laphroaig. Photo credit: travelmag.com on VisualHunt / CC BY

Neu in der TTB-Datenbank: Johnnie Walker Blue Label Ghost & Rare – Port Ellen

Vor einiger Zeit stellte Johnnie Walker Blue Label die Ghost & Rare Edition vor – Abfüllungen, die auch Whiskys von Lost Distilleries enthielten. Die erste Ausgabe (wir berichteten hier) war Brora gewidmet, nun sind in der us-amerikanischen TTB-Datenbank die Etiketten für die zweite Ausgabe aufgetaucht: Johnnie Walker Blue Label Ghost & Rare – Port Ellen.

Wie unschwer zu erkennen wird man in dieser Edition mit Whisky aus Port Ellen arbeiten, aber am Etikett sind auch Bestandteile anderer Brennereien angeführt: Caledonian und Carsebridge als Losts, sowie Oban, Blair Athol, Mortlach, Dailuaine und Cragganmore.

Abgefüllt wird mit 43.8% werden, ein Erscheinungsdatum und ein Preis sind noch nicht öffentlich gemacht worden.

Hier die Etiketten dazu:

 

Video: The Magic of Islay

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Regelmäßige Besucherinnen und Besucher von Whisk Experts sind es gewohnt, sonntags ein Video präsentiert zu bekommen. Diese Videos haben meist einen Bezug zu Whisky oder zumindest zu einem Land, in dem Whisky hergestellt wird. Wir müssen heute eine Ausnahme gelten lassen und weisen auf ein, unserer Sicht nach, außergewöhnliches Video hin.

Roy von Aqvavitae besuchte in diesem Jahr die Insel Islay anlässlich des Feis Ile, dem Festival of Music and Malt, welches in diesem Jahr vom 25. Mai bis zum 2. Juni stattfand. Mit im Gepäck hatte Roy auch seine Kamera inklusive zugehörender Ausrüstung. Und damit erkundete er Islay während des Festivals. Er traf Menschen aus der ganzen Welt, welche ebenfalls zum Feis Ile auf die Insel gefahren sind. Gemeinsam mit ihnen ergründet Roy das Wesen dieser speziellen Hebriden-Insel und ihres Whiskys. Und er besuchte die dortigen Brennereien, in denen das Festival of Music and Malt dem Namen entsprechend mit Musik und Malt gefeiert wurde. Dazwischen sind immer wieder Sequenzen zu sehen, welche auf den Fahrten über die Insel die Weite dieses eigentlich doch recht kleinen Islay zeigen.

Wir laden Sie ein zu kurzweiligen 34 Minuten, entweder hier oben auf unserer Seite oder auf Youtube. Und vielleicht lassen Sie sich von einem Dram Islay-Whisky begleiten, wenn dies Ihr vorgesehener Tagesablauf erlaubt.

TSB: Neu – The Macallan Genesis Limited Edition

Zur Eröffnung der neuen Destillerie und des dazu gehörenden Besucherzentrums gibt es auch den dazu passenden Whisky: The Macallan Genesis Limited Edition. Diese Abfüllung dokumentiert die Geschichte der Visionen, die Chefarchitekt Graham Stirk von und für diesem neuen Gebäudekomplex hatte. Jeder Abfüllung liegt ein signierter lithographischer Druck des Entwurfes bei.

In der Nase soll der Whiskey Noten von getrockneten Früchten, Eiche, frischem Apfel und Schokolade haben. Am Gaumen zeigen sich Aromen von getrockneten Früchten, Zimt und Ingwer, welche in einem „einen und wärmenden“ Finish führen.

The Macallan Genesis Limited Edition kommt als auf 2.500 Flaschen limiteirte Abfüllung auf den Markt. Erhältlich ist sie ausschließlich in der Destillerie und in The Macallan Airport Boutiques erhältlich. Kostenpunkt: £ 495 (US $ 665), also ca. 560 €.

Old Forester Distillery in Louisville wird eröffnet

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Heute, am National Bourbon Day, kehrt Old Forester wieder zurück in seine alte Heimat. Nach drei Jahren Bauzeit öffnet die neue Old Forester Distillery in Louisville, Kentucky (ein kurzes Video, welches den Bau dokumentiert, finden Sie hier). Bis 1922 war Old Forester dort ansässig. Doch im Zuge der Prohibition, welche die Herstellung von Alkohol in den USA untersagte, schloss die Brennerei. Einzig der Name blieb erhalten.

Brown-Forman, als Marken-Eigentümer, investierte insgesamt rund 45 Millionen US-Dollar in die neue Brennerei. Der neue Gebäudekomplex befindet sich auf der West Main Street exakt an der Stelle, an der das Unternehmen ursprünglich ansässig war. Auf diesem legendären Teil der Main Street waren in der Zeit vor der Prohibition 89 Bourbon-Unternehmen beheimatet und wurde deshalb auch Whiskey Row genannt. Der Komplex stand 2011 kurz vor dem Abriss. Dank einer Vereinbarung zwischen der Stadt, Entwicklern und Denkmalschützern blieben die Gebäude erhalten.

Zu dieser Brennerei gehört auch ein großes Besucherzentrum. Hier wird Touristen der Prozess der Bourbon-Herstellung näher gebracht, von der Gärung und Destillation bis zur Fassherstellung, Alterung und Abfüllung. Die Kapazität der Old Forester Distillery in Louisville beträgt nur 100.000 Gallonen (1 Gallone =3,79 Liter) pro Jahr. Deshalb wird der Old Forester weiterhin in der Brown-Forman Distillery in Shively, südwestlich von Louisville, hergestellt. Die Old Forester Distillery dient in erster Linie der Produktion von Small Batch Abfüllungen sowie privater Fässer und experimenteller Releases.

PR: Am 30. Juni ist wieder Tag des Deutschen Whiskys

Bereits zum zweiten Mal findet der Tag des deutschen Whiskys statt. Das Datum für diese Event ist in diesem Jahr der 30. Juni. Weitere Informationen finden Sie in der Presseaussendung, die wir heute erhielten:

Brennereibesichtigungen, Whiskyverkostungen, Workshops und Begegnungen mit den Brennmeistern: Am 30. Juni 2018 erwartet Whiskyinteressierte in vielen deutschen Brennereien ein buntes Angebot. Whiskybrenner öffnen ihre Türen und gewähren am Tag des Deutschen Whiskys einen Blick hinter die Kulissen und auf ihr hochprozentiges Angebot.

Im vergangenen Jahr fand dieser Aktionstag erstmalig statt. Er wurde ins Leben gerufen, um dem deutschen Whisky eine besondere Bühne zu bieten. Ein gemeinsamer Tag, aber ein individuelles Programm – das ist die Devise für den Tag des Deutschen Whiskys. Das Angebot der einzelnen Brennereien ist auf deren jeweiliges Profil zugeschnitten, denn gerade das ist es, was den deutschen Whisky kennzeichnet: eine starke regionale Identität und unterschiedliche Profile der Brennereien. Mal handelt es sich um Familienbrennereien, die seit mehreren Generationen die Brennkunst pflegen und sich neben ihrem bisherigen Angebot an Edelbränden auch dem Whisky zugewandt haben, mal sind es neue Brennereien, die aus Leidenschaft für den Whisky gegründet wurden.

Längst hat der deutsche Whisky seinen Nischenplatz in der Spirituosenlandschaft verlassen, die Nachfrage steigt beständig und eine breite Fangemeinde begeistert sich für deutschen Single Malt, für Weizen-, Roggen-, Mais oder Grainwhisky. Die deutschen Whiskybrenner stehen mit Liebe und Überzeugung hinter ihren Produkten und freuen sich darauf, sie am Tag des Deutschen Whiskys verstärkt ins Licht der breiten Öffentlichkeit zu rücken und auch Neuinteressierte anzusprechen.

Von der Auswahl der Rohstoffe über das Brennen bis zur Pflege und Entwicklung des jahrelang heranreifenden Whiskys und den richtigen Zeitpunkt für die Abfüllung: Am Tag des Deutschen Whiskys gibt es so manches zu erfahren und zu lernen, aber auch der Genuss soll nicht zu kurz kommen. Neben Whiskyverkostungen bieten viele Whiskybrenner am Tag des Deutschen Whiskys auch kulinarische Leckereien, kühle Getränke und geselliges Beisammensein.

Über Veranstaltungen und Angebote am Tag des Deutschen Whiskys am 30. Juni 2018 und über seine Whiskybrennereien informiert der Verband der Deutschen Whiskybrenner auf seiner Homepage www.deutsche-whiskybrenner.de

Serge verkostet: Strathmill, kurz und vertikal

Die Whiskys mancher bestimmter Destillerien sind besonders gefragt und begehrt. Bei den unabhängigen Abfüller sind solche Bottlings immer seltener zu finden. Und sollte so eine Abfüllung doch mal erscheinen, wird hier auch sehr oft ein besonderer Preis aufgerufen. Diese Umstände sind wie geschaffen für die Brennereien und ihre Whiskys, die nicht im vorderen Bereich der Bühne stehen.

Eine solche Brennerei ist Strathmill. In der Speyside gelegen, gehört sie zum Spirituosen-Konzern Diageo. Serge Valentin verkostet heute einige Strathmill unterschiedlichen Alters aus den Portfolios unabhängiger Abfüller. Insgesamt befinden sich heute gute Whiskys in seinem Glas, wobei Serges Bewertungen und Notes darauf hindeuten, dass einem Strathmill ein paar Extra-Jahre der Reifung in einem Fass sehr gut bekommen.

Das heutige Whiskyfun-Tasting in der Übersicht:

  • Strathmill 13 yo 2004/2018 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, refill bourbon barrels, 990 bottles) 82 Punkte
  • Strathmill 22 yo 1995/2018 (50.8%, Cadenhead, Authentic Collection, refill Port hogshead, 252 bottles) 84 Punkte
  • Strathmill 24 yo 1993/2017 (50.3%, Cadenhead, Small Batch, 354 bottles) 86 Punkte
  • Strathmill 21 yo 1990/2012 (54.1%, James MacArthur, bourbon wood, cask #101112) 84 Punkte

Kurz verkostet: Pollux III, 10yo, 58.7%, Scotch Universe

Der deutsche unabhängige Abfüller Scotch Universe hat sich sehr rasch als eine gute Quelle von interessanten Einzelfassabfüllungen etabliert. Weit über zwei Dutzend Bottlings sind es mittlerweile, die den Weg in den Fachhandel gefunden haben.

Eines davon ist der Pollux III, ein zehnjähriger Speysider, den man mit Hilfe der Angaben auf dem Label relativ einfach und treffsicher als Whisky aus der Brennerei GlenAllachie identifizieren kann. In unserer Serie „Kurz verkostet“ widmen wir uns dieser Abfüllung und versuchen zu beschreiben, wie der in einem Oloroso-Fass gereifte Whisky auf uns wirkt. Das vier Minuten lange Video finden Sie obenstehend oder auf Youtube.

Das Sample haben wir vom österreichischen Importeur Spirits.Land zur Verfügung gestellt bekommen – wir bedanken uns dafür recht herzlich bei Hans Ganser. Wie üblich hat der Bereitsteller der Probe natürlich keinerlei Einfluss auf den Inhalt der Verkostung.

Glencairn Crystal Limited erneut mit Rekord-Geschäftsjahr

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Schon im letzten Jahr konnte Glencairn Crystal Limited das erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer Firmengeschichte vermelden (unseren bericht dazu finden Sie hier). Whiskytrinker kennen diese schottische Firma als Hersteller der typischen Whiskygläser, die sich weltweit als Quasi-Standard für den Whiskygenuß durchgesetzt haben. Nur 12 Monate später präsentiert das Unternehmen einen neuen Rekord. Glencairn steigerte den Jahresumsatz bis zum 30. April um 20 Prozent und erzielte erstmals Verkäufe über die £10 Millionen-Marke.

Erstmals entfiel auf den Export mehr 50 Prozent des Umsatzes. Besonders in USA war Glencairn aktiv und erfolgreich. Von den dortigen ca. 1.500 Craft Distillers arbeitet Glencairn mit 300 bis 400 zusammen. Als Beispiele führt das Unternehmen die Destillerien Tuthilltown, Balcones, Journeyman, Garrison Brothers und Sonoma County an. Aber auch auf den Märkten mit einer aufstrebenden Mittelschicht wie und China engagiert sich Glencairn stark. So möchte man Social-Media-Plattformen wie zum Beispiel Weibo (größter chinesischer Mikroblogging-Dienst) nutzen.

Doch auch auf dem einheimischen Markt ist Glencairn Crystal weiterhin als Hersteller hochwertiger und außergewöhnlicher Glaswaren aktiv. Im letzten Jahr wurde für einen 62-jährigen Single Malt der Speyside-Brennerei Glenfarclas ein spezieller Dekanter entworfen. Die Magnum-Version kann für stolze £75.000 erworben werden.

Das Unternehmen verkauft jährlich über drei Millionen Gläser. Sie werden weltweit in über 70 Ländern vertrieben. Glencairn Crystal hat die Mitarbeiterzahl in East Kilbride im letzten Jahr von 52 auf 60 erhöht. Das Unternehmen baut seine Kapazitäten aus und geht davon aus, die Mitarbeiterzahlen in den kommenden Wochen weiter zu erhöhen.

Serge verkostet: Royal Brackla, wild durcheinander

Unter den schottischen Brennerein gibt es drei, die ihren Namen durch ein „Royal“ ergänzen und damit schmücken dürfen. Neben Royal Lochnagar und der Lost Distillery Glenury Royal ist es Royal Brackla. Diese Brennerei aus den Highlands erhielt diese Auszeichnung als Erste. Seit 1835, als König William IV ihr diesen Titel verlieh, darf sie sich so nennen.

Für Serge Valentin kommt noch eine weitere Besonderheit hinzu. Im Whiskyfun-Archiv befinden sich nur ca. 40 Tasting Notes zu dieser Destillerie und ihren Whiskys. Somit sei es an der Zeit, dies zu ändern. Mit der heutigen Session fügt Serge weitere sieben Whiskys dieser Liste zu. Zufällig ausgewählt und insgesamt mit recht durchschnittlichen Bewertungen, bilden die ersten sechs nur das Vorspiel auf den Höhepunkt: eine 60-jährger Royal Brackla. Dieser Whisky, destilliert im Jahr 1926, erschien 1985 anlässlich des 60. Jahrestages der Thronbesteigung Kaiser Hirohitos und des 60. Geburtstag Königin Elizabeths, mit einer Auflage von 60 Flaschen. Natürlich passen diese Zahlen nicht ganz zusammen, bei so einer exquisiten und seltenen Abfüllung sollte man darüber hinweg schauen. Und eine Bewertung von 92 Punkten hilft dabei sicherlich auch.

Die heutigen Royal Brackla auf Whiskyfun in der Kurzübersicht:

  • Royal Brackla 25 yo (46%, Art of Whisky, fino sherry butt, +/-2009) 83 Punkte
  • Royal Brackla 4 yo 2011/2015 (52.5%, Duncan Taylor, The Octaves, cask #939429) 81 Punkte
  • Royal Brackla 14 yo 2001/2016 (46%, Carn Mor, Strictly Limited, 768 bottles) 80 Punkte
  • Royal Brackla 18 yo 1997/2016 (54.4%, Cadenhead, Small Batch, 402 bottles) 77 Punkte
  • Royal Brackla 18 yo 1998/2017 (50%, Hunter Laing, Old Malt Cask, refill barrel, cask #13429, 244 bottles) 78 Punkte
  • Royal Brackla 23 yo 1992/2016 (52.9%, Cadenhead, Wine Cask, claret, 156 bottles) 60 Punkte
  • Royal Brackla 60 yo 1926/1985 (40%, OB, James Buchanan, for Japan, 60 decanters) 92 Punkte

TSB: Crowdfunding der Cotswolds Distillery schließt bei £3 Millionen

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Eigentlich benötigte die Cotswolds Distillery „nur“ £2 Millionen. Doch diese Summe erreichte der englische Whisky- und Gin-Produzent nach knapp einer Woche. Am Schluss der Crowdfunding-Kampagne belief sich die Gesamtsumme auf £3 Millionen – beeindruckende 50 % mehr als anvisiert.

Wie diese diese Summe investiert werden soll, dafür gibt es schon konkrete Pläne. Direkt am Standort der Destillerie wird ein neuen Besucherzentrum  errichtet. Hierfür hatte die Brennerei schon ein Darlehen von £145.000 Britischen des Entwicklungsprogramms für ländliche Gegenden der EU erhalten (wir berichteten). Zusätzlich wird das Geld in Werbung und Marketing sowie in die Erweiterung des Verkaufs und der Vertriebsnetze der Brennerei investiert. Und auch auf der Führungsebene wird es Änderungen geben. Die Cotswolds Distillery wird einen neuen Chief Financial Officer (CFO) und Chief Marketing Officer (CMO) einstellen.

Neben dieser große Summe erhielt die Cotswolds Distillery durch die Crowdfunding-Kampagne auch 1.000 neue Anteilseigner. Und darüber freut sich Dan Szor, Gründer und Chief Executive Officer (CEO), ebenfalls.

Exklusiv: Baugenehmigung für neues Ardbeg Still House erteilt

Ardbeg hat ja im Februar in einer Aussendung bekannt gegeben, dass man ein weiteres Still House bauen und die Kapazität damit auf vier Stills erweitern wolle (unseren Bericht dazu finden Sie hier). Auch ein neuer Boiler Room sei in Planung.

Seitdem war es um das Projekt eher still – so still, dass auch ein wichtiger Schritt, der am 30. Mai erfolgte, nicht weiter kommuniziert wurde. Denn an diesem Tag, so melden unsere verlässlichen Quellen, wurde die Baugenehmigung für das neue Still House bei Ardbeg erteilt.

Wie es nun weiter geht? Unseren Quellen zufolge wird nun der neue Gebäudeteil, der recht klassisch gehalten ist und sich gut ins Ensemble einfügen wird, errichtet und dann dort vier neue Stills in Betrieb gehen. Danach will man auch das alte Still House etwas umbauen – es wird zum Tun Room umgebaut und später fünf neue zusätzliche Washbacks erhalten. Jedenfalls möchte man durch dieses Vorgehen den kontinuierlichen Betrieb der Brennerei sicher stellen.

Die Ankündigung im Februar spricht von einem Baubeginn noch heuer, und dem Abschluss der Arbeiten im nächsten Jahr. Wir werden den Fortschritt natürlich für Sie weiter verfolgen.

Addendum 13.6.18: Wir haben den Artikel um Details zum Umbau ergänzt, die wir zusätzlich in Erfahrung bringen konnten.

Ardbeg. Bild © Jochen Wied
Ardbeg. Bild © Christian Spatt
Ardbeg. Bild © Jochen Wied

Video: Nick Offerman & Lagavulin – My Tales of Whisky zum Vatertag

Es scheint wohl immer irgendwo gerade Vatertag zu sein. In den USA ist der „Father’s Day“ in diesem Jahr am 17. Juni. Und auch wie schon in den zwei Jahren zuvor präsentiert Diageo gemeinsam mit Nick Offerman ein Vatertags-Video, als Teil der Serie My Tales of Whisky: Wie unterschiedlich Vater und Sohn doch sein können … .

Scotchwhisky: Wie der Whisky Tourismus den Scotch verwandelt

Natürlich bleibt die Produktion von Whisky immer noch die Hauptaufgabe der schottischen Brennereien. Und der Verkauf von Scotch ist auch weiterhin die Haupteinnahmequelle der Whisky-Industrie. Doch ist in den letzten Jahren der sogenannte Whisky Tourismus immer wichtiger geworden.

Im Besucherzentrum bei The Macallan. Bild © Whiskyexperts 2018

Regelmäßig berichten wir hier auf Whisky Experts von neuen geplanten, neu eröffneten oder erweiterten und renovierten Brennereien. So ist zum Beispiel die Eröffnung der neuen Macallan-Destillerie ist noch nicht so lange her. Und neben den neuen Bereichen zur Herstellung und Lagerung des Whiskys entfiel ein großer Teil der Investition auf ein neues und ebenso beeindruckendes Besucherzentrum inklusive Verkaufsfläche. Bei Macallan erwartet man bis zu 50.000 Besucher pro Jahr. Und diese Besucher erwarten ihrerseits ein einmaliges und bleibendes Erlebnis. Doch auch die neuen kleineren Brennereien realisieren neben einem Still und Ware House auch ein Visitor Center, wie zum Beispiel The Borders Distillery oder die Isle of Raasay Distillery.

Insgesamt erzielten die Whisky-Destillerien im Jahr 2017 einen Rekord von 1,7 Millionen Besuchern. Das sind 8% mehr als 2015 und laut Visit Scotland sogar 65% mehr als 2013. Durchschnittlich gab ein Besucher £ 31 aus, das sind 4 £ mehr als noch im Jahr 2016. Und wie sicherlich manche von uns schon selber erfahren haben, kann man in der Destillerie vor Ort nur schwer widerstehen, in das Portemonnaie zu greifen und ein Mitbringsel und Erinnerungsstück zu erwerben.

In seinem äußerst informativen Artikel auf Scotchwhisky.com gibt Felipe Schrieberg weitere Beispiele für und Einblicke in die Bedeutung des Scotch und der Besucherzentren für die schottische Tourismus-Branche. Mehr als lesenswert!