Shilton Almeida (ehemals Paul John) wird neuer Global Brand Ambassador bei der Milk & Honey Distillery

Wenn man Whiskymessen besucht hat, ist man an ihm nicht vorbeigekommen: Shilton Almeida war im deutschen Sprachraum für die Whiskys der Paul John Distillery, der Brennerei aus der Region Goa an der indischen Westküste, als Brand Ambassador tatig. Nun wechselt er als Global Brand Ambassador zur M&H Distillery, der Milk and Honey Distillery aus Tel Aviv.

Wir wünsche Shilton Almeida viel Freude und viel Erfolg in seiner neuen Position, die in der nachfolgenden Pressemitteilung aus Israel näher beleuchtet wird:

Externer TextInhalt verantwortet das Unternehmen

Ex-Paul John Whisky’s Regional Manager, Shilton Almeida, Joins M&H Distillery

Tel Aviv – December 2021 — Shilton Almeida, formerly of Paul John’s Whisky, joins the M&H Distillery as the Global Brand Ambassador.

Almeida will bring to the Tel Aviv-based distillery a decade of experience in retail sales, marketing, and branding, as well as a wealth of knowledge and expertise. For more than six years, Almeida worked as a Regional Manager for John Distilleries, focusing on sales, marketing, and branding for Paul John Whisky in the United Kingdom and Europe. Shilton Almeida has been named Icons of Whisky – Highly Commended World Whisky Brand Ambassador of the Year for 2021.

“Almeida’s experience, passion, and understanding of the industry will undoubtedly be a huge asset as we look forward to a busy year ahead,”

Gal Kalkshtein, founder and owner of the M&H Distillery

“I’ve been in love with M&H since they released their Young Single Malt, which I first tried in Frankfurt and got me all excited about the future there.” said Almeida. „It’s fascinating to see what the team is doing in those climatic conditions in Israel. It is a privilege to be a part of this fantastic team”.

M&H finalizes the year with great enthusiasm, winning top honors including “Craft Producer of the Year” in Whisky Magazine’s 2021 Icons of Whisky (Rest of World), and after successfully launching its APEX series, the distillery’s signature core line of innovative, forward-thinking bold whiskies. M&H is currently presenting worldwide its most exciting release, the APEX Dead Sea, the first single malt whisky matured in the lowest place on earth, where temperatures climbing as high as 55 ºc.

About M&H Distillery

M&H Distillery (Milk & Honey), established in 2012 by entrepreneur and investor Gal Kalkstein, is Israel’s first whisky distillery and produces high-quality distillates in Tel Aviv. All raw materials, equipment, casks and processes were selected to ensure that the final product – whether white distillates or aged whisky – meets the highest quality standards. M&H Distillery received guidance and advice from the late Dr. Jim Swan, a world-renowned master distiller. All the products of the distillery are kosher.

Neue Deutsche Whiskyvideos und Podacsts der Woche (264)

Willkommen zur 263. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist whiskyvideos-1024x427.jpg

Die Liste der teilnehmenden Vlogs ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.

Seitens der Redaktion möchten wir allen, die uns ihre Beiträge für diese Rubrik senden, ein frohes Weihnachtsfest wünschen und uns bedanken. Bedanken für die Videos, die für viele unserer Leser eine Orientierungshilfe sind, und für die Produzenten ein nicht zu vernachlässigendes Feedback. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

In der Ausgabe 264 finden Sie zwei Podcast und die folgenden zehn neuen Videos:

Podcast – Bourbon News Deutschland – Folge 4

Friendly Mr. Z. – Michel Couvreur Unpeated

Malte Talks Malts – Mackmyra – Intelligens AI:02

Whisky Haexler – Tobermory Manzanilla Cask Finish 12 Jahre

World Wide Whisky – STARWARD Left-Field

Whisky Evening – Glen Moray 18 Jahre

Whiskyliner – Macallan 12 Jahre Sherry Oak

Pat Hock – Glenturret 10yo Peat Smoked

https://www.youtube.com/watch?v=BlsihFEzOoI

WhiskyJason – 2. WhiskyJason Charity Abfüllung Peated German Blended Malt


Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.

Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

Treffpunkt KYMSEE – die Whiskydestillerie in der Gaststube

Bayern ist, was Whisky anbelangt, so dünn besiedelt wie ein abgelegenes Alpental. Gerade einmal eine Handvoll Brennereien gibt es dort, und nach der Nennung der SLYRS Brennerei am Schliersee muss man schon einmal kurz nachdenken, bis einem weitere Whiskyproduzenten aus der Region einfallen.

Die KYMSEE Destillerie ist ein Kandidat für die zweite Namensnennung, und Whiskyliebhaber aus Deutschland, die schon mal mit dem Auto nach Italien auf Urlaub fahren, werden dort vielleicht schon einen Zwischenstopp eingelegt haben, liegt sie doch halbwegs am Weg.

Wir haben der KYMSEE Brennerei, die in einem Gasthof residiert (in dem auch eigenes Bier gebraut wird) bereits ein Videointerview mit dem Brennmeister Olli Lange gewidmet – nun nimmt sich unser Gastautor Stefan Bügler der Brennerei mit einem seiner beliebten „Treffpunkt“-Artikel an. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen damit!

Alle Bilder Copyright Stefan Bügler


Treffpunkt KYMSEE

von Stefan Bügler

Der Chiemsee – ein Ort für Leidenschaft, Hingabe und Inspiration. Wie sich in den folgenden Stunden herausstellen sollte, bedeutet dies am Süd-Ost-Ufer des Sees in zwei Worten: Kymsee Whisky, oder synonym:  Oliver Lange.

Mit ihm bin ich verabredet. Olli gesellt sich zu mir während ich Käsespätzle und ein leckeres Helles genieße. Sofort entwickelt sich ein sympathisch unkompliziertes Gespräch über Brauen und Destillieren, Bier und Whisky, Chiemseebräu und Kymsee. Olli hat in seinem Anfang der 1990er selbstgebauten Haus im Erdgeschoss u.a. Gaststube, Küche, Brauerei und Brennerei sehr effizient und überaus ansprechend untergebracht. Im ersten Stock ist seine Privatwohnung, die er mit seiner Familie bewohnt und in der tatsächlich ein Zimmer zur Lagerung von Gerstenmalz reserviert ist.

Meet Oliver Lange, Malzmeister

Malzfetischist seit 1982, dem Beginn seiner Ausbildung in einer kleinen Brauerei

Ollis Ansatz: Fand sehr früh den richtigen Malzmix für seinen Whisky

Ollis Wunsch: Ein separates Lager für Torfmalz

„Ich bin ein Malzfetischist”, bekennt sich Olli, „und das schon seit fast 40 Jahren. 1982 begann ich meine Ausbildung bei der Schnitzlbaumer Brauerei in Traunstein, die damals noch selbst gemälzt hat. Davon war ich fasziniert und seitdem hat mich das Experimentieren mit Gerstenmalz nicht mehr losgelassen. Für meinen Kymsee verwende ich hochwertiges dunkles Gerstenbraumalz und Karamellfarbmalz von einer kleinen Mälzerei im Allgäu, die ihre Gerste aus dem Lechtal bezieht. Zwar würde ich auch sehr gerne Torfmalz verwenden, aber dessen Geruchsentwicklung wäre so stark, dass ich das meiner Familie in der Wohnung nicht zumuten möchte. Das muss bis zum Bau eines separaten Malzlagers warten.”

Die Verbindung seiner Ausbildung bei einer kleinen sehr handwerklichen Brauerei mit dem Studium des Brauwesens bei Weihenstephan gab Olli einen sehr breiten theoretischen und praktischen Erfahrungsschatz von unschätzbarem Wert.

„Während des Studiums konnte ich aufgrund einer Forschungstätigkeit sehr häufig mit Malzbränden experimentieren. So kreisten meine Gedanken sehr früh um von Malz geprägte Biere und Brände. Der Wunsch diese mit meiner eigenen Anlage selbst herzustellen wurde täglich größer und tatsächlich zur Realität. Im Jahr 1994 habe ich hier im Haus mit der Gasthausbrauerei Chiemseebräu, der kleinsten ihren Art zwischen München und Salzburg, angefangen. Nicht nur beim Gebäude, sondern auch bei meinen Produktionsanlagen habe ich Hand angelegt, z. B. Teile der direkt befeuerten Sudpfanne selbst gefertigt. Für das Mobiliar in der Gaststube – das aus den 1920er Jahren stammt – habe ich als Abfindung damals 100l eigens gebrautes Bier gezahlt”,

erinnert sich Olli.

Meet Oliver Lange, Braumeister

Braut seit 1994 in seiner Gasthausbrauerei Chiemseebräu in Grabenstätt

Ollis Ansatz: Baut auf dreiwöchige Fermentation durch untergärige Hefe

Ollis Wunsch: Traditionelle Bierproduktie mit neuen Kymsee Whiskies verbinden

Während er die eigene Bierbrauerei nur wenige Jahre nach seinem Studium umsetzen konnte, dauerte es bei der Brennerei jedoch bis zum Sommer 2012. Den Kymsee Hausstil hatte Olli zu dieser Zeit schon fast 30 Jahre fertig in seinem Kopf.

Der Weg war so weit wie er sich anhört. Denn in Ober- und Niederbayern durften bis 2018 von einer Abfindungsbrennerei keine mehligen Stoffe verarbeitet werden. Eine kostengünstige Testdestillation ‚einfach mal so’, war deshalb leider nicht zu machen. Es gab nur noch zwei Möglichkeiten: entweder gleich in eine sehr teure Verschlussbrennerei zu investieren, oder Glück. Und Olli Lange ist wahrhaftig ein Glückspilz:

„Im Jahr 1998 bekam ich zufällig einen lokalen Kontakt, der über ein altes Brennrecht auch für mehlige Stoffe sowie eine 60l Brennblase verfügte. Er musste zwingend kurzfristig Brennen, damit sein Brennrecht nicht verfiel. Dafür habe ich sofort leicht gehopftes Bockbier produziert und abgebrannt. Den Rohbrand fand ich geschmacklich absolut top und wusste, dass ich nicht weiter experimentieren musste.”

Meet Oliver Lange, Brennmeister

Brennt seit seinen Studientagen in den 1980ern, Kymsee Whisky seit 2012

Ollis Ansatz: der Hausstil seines Rohbrandes war schon 30 Jahre in seinem Kopf

Ollis Wunsch:  Das Kymsee Single Malts 2 bis 3 Jahre älter werden (= 5-6 Jahre)

Die Umsetzung seines malzig süßen Hausstils ließ jedoch fast weitere 14 Jahre auf sich warten. Denn trotz vorhandenen Eigenkapitals fand sich keine Bank, die die Brennerei finanzieren wollte. Nach langen Gesprächen mit seiner Frau Evi, in denen die beiden auch eine Palette von Produkten mit Whisky (Marmelade, Senf, Essig) sowie Malz- bzw. Bierbränden entwickelten, legten beide einfach los. Mit viel baulicher Eigenleistung und Energie stemmte das Ehepaar die Brennerei. Im Sommer 2012 destillierte Olli mit der eigenen Verschlussbrennerei – mit 57 Zollplomben – endlich seinen ersten Kymsee Rohbrand.

Die Gasthausbrauerei bietet die solide Basis für die Whiskyproduktion.

„Im Wechsel produziere ich Bier und Whisky, d.h. etwa alle vier Wochen ändert sich das Endprodukt. Die Voraussetzung für einen guten Whiskys ist stets ein gutes Bier, das wiederum sehr anspruchsvoll ist und nichts verzeiht. Das fängt bei mir im Hause an der Malzmühle an. Wenn ich das Korn nicht richtig aufmahle bekomme ich beim Abläutern ungewollte Bitterstoffe in die Maische. Schon hier muss der Prozess perfekt laufen. Für die Fermentation in meinem 1000l Gärbottich verwende ich – wie beim Bier und im Gegensatz zu den schottischen Destillerien – untergärige Hefe. Dadurch verlängert sich zwar die Gärung auf drei Wochen [in Schottland dauert eine Fermentation häufig nur 50 Stunden mit obergäriger Hefe], aber es entstehen grundsätzlich viel weniger unedle Alkohole wodurch beim Brennvorgang keinerlei Vorlauf und feinere Aromen entstehen. Der Brand läuft mit etwa 87% an und ich trenne ihn nur einmal am Ende des Herzstücks bei einem Alkoholvolumen von etwa 59%. Dadurch optimiere ich auch die Alkoholmenge, die ich für den Zoll registrieren muss, denn der Trommelzähler misst den Alkoholgehalt sofort nach der letzten Destillation”,

erklärt Olli.

Seine 300l Brennanlage kommt von Arnold Holstein aus Markdorf/Bodensee und ist ein Hybrid aus einer Pot Still mit Helm und einer Kolonne.

„Der Helm der Pot Still steuert perfekt den Rücklauf des Destillats. Der Brand wird leichter ohne jedoch seine kräftige Malzsüße zu verlieren. Über den Helm wird das Destillat dann direkt in die Brenn-Kolonne eingeleitet und trifft auf drei Destillations-Böden sowie einen Kupfer-Katalysator mit großer Oberfläche, deren Nutzung in etwa zwei Pot-Still Brennvorgängen entspricht. Somit destilliere ich im Grunde dreifach und erhalte einen milden Whisky, obwohl mein Rohbrand mit durchschnittlich 77% ziemlich stark ist. Ich reduziere ihn aber auf 55% für die Fassbefüllung.

Meet Oliver Lange, Fassmeister

Betreibt seit 2012 sein (Zoll-)Fasslager, in dem derzeit etwa 30 Fässer reifen

Ollis Ansatz: Whisky mit besonderer Note durch verschiedene Fassarten

Ollis Wunsch: Erweiterung des Fasslagers für weitere Fässer und neue Whiskies

In einem relativ warmen Lagerhaus mit Verdunstungsverlusten von bis zu 5% jährlich und recht kurzen Lagerungszeiten hat sich dieser Alkoholgehalt für eine perfekte Reifung bewährt”, beschreibt Olli sein Vorgehen. „Rund 3000l Rohbrand mit 55% produziere ich jährlich. Das entspricht in etwa 14 ex-Bourbon Fässern, weniger, wenn noch 500l Sherry Butts hinzukommen, mehr, wenn ich 50l ex-Bourbon Fässer der Garrison Brothers aus Texas nutzen kann. Letztere nutze ich besonders gerne, sie sind jedoch sehr schwer zu bekommen. So verwende ich häufig 195l ex-Bourbon Barrels aus amerikanischer Weißeiche, die in den USA nur kurz zum Finishen mit Edelbourbon belegt waren. Sie geben dem Kymsee Whisky eine besondere Note.”

Im Fasslager reifen derzeit rund 30 Schätze, die darauf warten, meist mit einer Alkoholstärke von 42% in die Flasche gefüllt zu werden. Mein Tipp: für die rare Chance auf eine Fassstärke „on demand” muss man Olli nur rechtzeitig vor der Abfüllung abpassen und einfach fragen.

„Wo sonst, wenn nicht hier, ist ein solcher Sonderwunsch mal erfüllbar. Kymsee Single Malt ist ein lokales bayerisches Produkt, das ich mit Herz und Handarbeit unter einem Dach herstellen und ausschenken kann, vor allem auch aufgrund der tollen Zusammenarbeit mit meiner Frau Evi”,

sagt Olli und blickt in die heimelige Gaststube.

Nach über vier Stunden – die wie im Fluge vergingen – ein perfektes Schlusswort, das illustriert:
Die Kymsee Brennerei von Olli und Evi Lange ist ein Ort für Leidenschaft, Hingabe und Inspiration.

Kymsee

Solera Vat

Port & Bourbon

140 Flaschen

42% vol.

Olli Lange hat für diesen Kymsee, jeweils zu gleichen Teilen Whisky aus einem Port Hogshead und einem Bourbon Barrel in einem 50l ex-Garrison Brothers Fass vermählt.

Tasting Note

Kraftvolle und dichte Aromen treffen auf die Nase. Malzige Süße dominiert, wird begleitet von Vanille, Birne mit Schlagsahne und Erdigkeit. Das Dram profitiert von guter Durchlüftung – die Aromen werden zugänglicher. Der kraftvolle Körper bestätigt sich im Mund und fühlt sich nach mehr als 42% vol. an. Eine so dichte malzige Süße hatte ich bisher noch nicht im Glas. Sie hat Facetten von Getreide, Porridge und flüssigem Knäckebrot. Begleitet wird dies von einer Würzigkeit (Holz) und einer zarten Gelbfruchtigkeit (u.a. Birne). Eine Portnote erkenne ich jedoch nicht. Im langen Abgang bleibt die malzige Süße präsent auf der Zunge und macht Lust auf mehr.

Fremde Federn (181): Verkostungsnotizen deutschsprachiger Blogger

Jede Woche erscheinen viele neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den Abertausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt?

Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.

„Fremde Federn“ stellt Ihnen in der nun 181. Folge Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor – eine Sammlung von Meinungen zu verschiedenen Whiskys, die Ihnen ein wenig ein Leitfaden für eigene Entdeckungen sein können. Und wenn Sie sich auf eine eigene Entdeckungsreise begeben wollen, dann finden Sie in unserem Artikel über das richtige Verkosten (vor allem in dem enthaltenen weiterführenden Link) eine hilfreiche Unterstützung.

Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.

Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!


Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten. in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein untergeordneter Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.

Unser Weihnachtsgeschenk: Gewinnen Sie mit Whiskyexperts die kostbare GlenDronach Kingsman Edition 1989 Vintage!

Die schönsten Weihnachtsgeschenke sind die, mit denen man nicht rechnet – und mit diesem hier haben Sie garantiert nicht gerechnet: Wir verlosen eine besondere und kostbare Rarität, den GlenDronach Kingsman Edition 1989 Vintage, der mittlerweile am Sekundärmarkt zu Preisen von über 1000 Euro gehandelt wird.

Wie Sie zu diesem Ausnahmewhisky aus dem Oloroso-Sherry-Fass kommen? Sie müssen nur eine einfache Gewinnfrage beantworten und uns bis 16. Januar die richtige Antwort senden. Aber zuvor sollten Sie alles über diesen exklusiven Whisky erfahren – dann fällt die Antwort auf unsere Gewinnfrage auch leichter.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei dieser exklusiven Verlosung – und das tut auch jene Frau, die die Fässer für den GlenDronach Kingsman Edition 1989 Vintage ausgewählt hat.

„Ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück bei der Verlosung“

Dr. Rachel Barrie, Master Blender

GlenDronach Kingsman Edition 1989 Vintage Highland Single Malt Scotch Whisky

Der GlenDronach Kingsman Edition 1989 Vintage wurde von der Master Blenderin Dr. Rachel Barrie in Zusammenarbeit mit Matthew Vaughn, Produzent, Autor und Regisseur der KINGSMAN-Filmreihe, anlässlich der weltweiten Veröffentlichung von „The King’s Man“ im Jahr 2021 entwickelt.

Gereift in Oloroso-Sherry-Fässern mit einer abschließenden Reifung in Pedro Ximénez-Fässern aus Spanien, ist dieser neunundzwanzig Jahre alte Jahrgang reich an Sherry, charaktervoll und komplex, mit einem anhaltenden Abgang. Nur sechs der besten Fässer aus dem Jahr 1989, einem unserer exklusivsten Jahrgänge, wurden sorgfältig ausgewählt und miteinander verbunden, um einen außergewöhnlichen Charakter zu erhalten. Jede Flasche dieses Jahrgangs ist sorgfältig von Hand nummeriert, um seine Seltenheit widerzuspiegeln. Weltweit sind nur 3.052 Flaschen verfügbar.

Dieser außergewöhnliche Jahrgang ist genauso alt wie der Whisky in der ältesten Flasche von GlenDronach, die in der Brennerei aufbewahrt wird – ein 29 Jahre alter Whisky, der 1913, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, abgefüllt wurde. Diese seltene Flasche, die inzwischen über ein Jahrhundert alt ist, wurde der Brennerei geschenkt und bleibt als Zeichen des Respekts für die gefallenen Freunde ungeöffnet.

Die 1826 gegründete GlenDronach Distillery wird von Whisky-Kennern für ihre Hingabe an außergewöhnliches Handwerk und edle Sherryfässer verehrt – eine Verpflichtung, die seit fast zweihundert Jahren besteht.

TASTING NOTES

Nose:

Dunkle Feldbeeren und Pflaumenhaut auf einer Basis von aromatischen Bitterstoffen, in Sherry getränkter Walnuss und altem Leder. Moschus und

Zedernholz schwelen auf einem Schiefer- und Lehmboden.

Palate:

Dichte Herbstfrüchte verschmelzen mit Datteln, Feigen und Sirup und gehen über in schwarzen Wintertrüffel, Rosinen und Kakao.

Finish:

Brombeere, Tabakblätter und Dattelöl verweilen bis zum reichen, tiefen Abgang.

Farbe:

Mattes Kupfer

Alkoholvolumen:

50.1%

Nicht kühlgefiltert.

Natürliche, fassgelagerte Farbe.

Und so gewinnen Sie den GlenDronach Kingsman Edition 1989 Vintage:

Beantworten Sie einfach folgende Gewinnfrage: In welchem Jahr wurde die Destillerie Glendronach gegründet?

a. 1962
b. 1826

Ihre Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Postanschrift ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net und zwar mit dem Betreff „Glendronach“!

Unter allen Einsendungen mit der Antwort auf die Gewinnfrage und dem richtigen Betreff, die uns bis 16. Januar 2022, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir den Gewinner/die Gewinnerin des Preises und geben sie/ihn am 17. Januar 2022 bekannt. Der Gewinn wird durch Whiskyexperts versendet. Pro Haushalt ist nur eine Teilnahmemail möglich!

Teilnahmebedingungen:

Beim Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland wohnt, die Gewinnfrage beantwortet und seine Antwort mit dem Betreff „Glendronach“ einsendet sowie das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 16. Januar 2022, 23:59 Uhr. Der/die Gewinner*in wird am 17. Januar 2022 auf unserer Webseite bekanntgegeben und per Mail benachrichtigt. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Gewinn wird von Whiskyexperts aus Österreich versendet.

Hinweis zum Datenschutz: Wir erheben nur jene Daten von Teilnehmern, die für die Abwicklung des Gewinnspiels nötig sind (Name, email-Adresse und Postanschrift). Alle in diesem Zusammenhang erhobenen Daten werden nach Abschluss des Gewinnspiels und der erfolgreichen Versendung des Preises ausnahmslos gelöscht und weder für unsere Zwecke weiterverwendet noch an Dritte weitergegeben. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden – und geben uns auch die Erlaubnis, Ihren Namen und Wohnort im Falle des Gewinns auf unserer Seite veröffentlichen zu dürfen.

Wir wünschen Ihnen viel Glück und drücken Ihnen die Daumen!
Herzlichst,
Ihr Whiskyexperts-Team

Bitte genieße verantwortungsbewusst.
Glendronach ist eine eingetragene Marke. ©2021 Benriach. Alle Rechte vorbehalten.

Glendronach im Sommer. Bild: Glendronach Distillery

Serge verkostet: Sieben Glenlivet – 12 bis 80 Jahre alt

Auch am Heiligen Abend ist Serge Valentin in Sachen Verkostung unterwegs – mit einer Vertikalverkostung von Glenlivet, der ikonischen Brennerei in der Speyside. Vom 12 Jahre alten Standard über einen 12 Jahre alten Glenlivet aus den 80er-Jahren bis hin zum Glenlivet 80yo, der im Jahr 1940 destilliert und in diesem Herbst der Öffentlichkeit präsentiert wurde (wir waren für Sie in Frankfurt dabei).

Sieben Abfüllungen sind es insgesamt, die Serge verkostet hat, und hier sind die Resultate in Tabellenform:

AbfüllungPunkte

Glenlivet 12 yo (40%, OB, 75cl, +/-1985)88
Glenlivet 12 yo ‚Double Oak‘ (40%, OB, +/-2020)80
Glenlivet ‚Nadurra Oloroso‘ (60.2%, OB, 1st fill oloroso, batch No. OL0818, 2018)83
Glenlivet 14 yo 2007/2021 (65%, Signatory Vintage for LMDW, first fill sherry butt, cask #900282, 550 bottles)89
Glenlivet 15 yo 2006/2021 (62.5%, La Maison du Whisky, Artist, 1st fill sherry hogshead, cask # 900550, 300 bottles)90
Glenlivet 25 yo 1995/2020 (54.7%, OB for Navigate World Whisky, 2nd fill American oak, cask #9477, 126 bottles)90
Glenlivet 80 yo 1940/2020 (44.9%, Gordon & MacPhail, Generations, first fill sherry butt, cask #340, 250 bottles)93

Whiskyexperts wünscht Frohe Weihnachten!

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Mit den Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel liegen ruhigere und besinnlichere Tage vor uns. Das abgelaufene Jahr war wiederum kein einfaches, aber der Optimismus sollte uns allen nicht verloren gehen. Zusammenhalt und der Gedanke an das Gemeinsame sind die besten Mittel, auch nicht ganz so einfache Zeiten miteinander zu überstehen. Wir aus der Whiskyexperts-Redaktion wünschen Ihnen auf jeden Fall angenehme und ruhige Tage, ein frohes Weihnachtsfest, viel Gesundheit – und dass Ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

Natürlich sind wir von Whiskyexperts, wie schon in den acht Jahren unseres Bestehens, auch über die Feiertage und den Jahreswechsel für Sie da und werden nicht nur über die aktuellen Geschehnisse in der Whiskywelt berichten, wenn sie geschehen, sondern Sie auch mit einigen Features unterhalten.

Zum Beispiel schon am 24. Dezember. Da haben wir eine ganz besondere Weihnachtsüberraschung für Sie vorbereitet, über die wir nur eines verraten können: Sie wird wahrhaft königlich.

Neugierig geworden? Dann schauen Sie am Freitag ab 10 Uhr bei uns vorbei. Und natürlich auch all die anderen Tage. Wir versorgen Sie täglich mit News und Infos.

In diesem Sinne: Genießen Sie die Feiertage – und natürlich auch einen guten Whisky!

Royal Lochnagar zum königlichen Hoflieferanten ernannt

Die Highland-Brennerei Royal Lochnagar, im Besitz von Diageo, freut sich darüber, nun offiziell als königlicher Hoflieferant zu gelten. Zur Feier der Ernennung wurde das erste Fass, das nach Ausstellung des Zertifikats abgefüllt wurde, mit den Scottish Royal Arms, dem königlich schottischen Wappen, auf blauem Hintergrund geschmückt und öffentlich ausgestellt.

Hier die Pressemitteilung dazu, gemeinsam mit einem Bild des (sehr schmucken) Fasses:

Externer TextInhalt verantwortet das Unternehmen

ROYAL LOCHNAGAR CELEBRATES ROYAL WARRANT AS SCOTCH WHISKY DISTILLERS BY APPOINTMENT TO HER MAJESTY THE QUEEN

Special cask carrying the Royal Arms goes on display at the distillery on Royal Deeside

ROYAL DEESIDE, SCOTLAND – Royal Lochnagar Distillery has been granted a Royal Warrant as Scotch Whisky Distillers By Appointment to Her Majesty The Queen. 

To mark this honour, the first cask filled at the distillery after the granting of the Royal Warrant has gone on public display, proudly bearing the Scottish Royal Arms in full heraldic colours against a Royal Lochnagar blue background. This was hand painted by artist Thomas Oates, son of a senior carriage restorer whose family has worked for generations at The Royal Mews at Buckingham Palace.

The Royal Warrant is recognition of the regular supply of goods to the Royal Household and permits Royal Lochnagar to display the Royal Arms on its Highland Single Malt Scotch Whiskies and at the distillery in Scotland, a mile from Her Majesty’s Balmoral Estate.

Ewan Andrew, Director of The Lochnagar Distillery Ltd, who has been appointed as Grantee for the Royal Warrant, said: “Being granted a Royal Warrant is a great privilege for everyone associated with Royal Lochnagar. The Distillery has a long association with the Royal Family and it is a source of great pride that we have become Scotch Whisky Distillers By Appointment to Her Majesty The Queen.”

Fed by the crystal-clear water of the Scarnock springs, Royal Lochnagar is a highly traditional distillery, continuing to use manual methods of production to distil a fine quality Highland Single Malt Scotch Whisky known for its rich, delicately balanced character.

The Distillery was founded in 1845 as New Lochnagar, named after a nearby mountain, and renamed Royal Lochnagar three years later after a visit by Queen Victoria and Prince Albert.  His Royal Highness The Prince Charles, Duke of Rothesay has visited the distillery on three occasions, most recently in 2018. Today, Royal Lochnagar is part of the fabric of the Royal Deeside community and a popular destination when travel allows, welcoming over 20,000 visitors each year for tours and tastings.

Sean Phillips, Royal Lochnagar Distillery Manager, who oversaw the filling of the first cask under the Royal Warrant, said: “This is a very special day for all the team at Royal Lochnagar. Not only to be granted the Royal Warrant, but also to have the Scottish Royal Arms painted so beautifully on one of our casks by Thomas Oates, is an honour and privilege.”

Royal Lochnagar is the fifth Royal Warrant granted by Her Majesty to a brand owned by Diageo, with Warrants also held by John Walker & Sons (Johnnie Walker) as Scotch Whisky Distillers, Justerini & Brooks as Wine & Spirits Merchant, The Pimm’s Company as Distillers & Compounders, and Gin Distillers Tanqueray Gordon & Company.

Ein Rundgang durch Glenkinchie

Die Destillerie Glenkinchie in den schottischen Lowlands, von Edinburgh aus bequem und schnell erreichbar, zählt zu den Eckpfeilern der Malts in Johnnie Walker Blended Scotch Whisky, und damit zu den Destillerien, die im Zug der Markenoffensive durch Diageo um- und ausgebaut wurden, was das Besucherzentrum betrifft. Man hat sehr viel Geld in die Modernisierung der Räumlichkeiten dort gesteckt, bis hin zu einer Neugestaltung des Vorplatzes und der Grünflächen, um dem Anspruch, die „Garden Distillery“ zu sein, noch besser entsprechen zu können.

Wir haben Glenkinchie im November besucht und dort eine etwas adaptierte Standard-Tour mitgemacht, um Ihnen die Veränderungen dort zeigen zu können. Hier unser fotografischer Bericht davon – wie üblich können Sie die Bilder durch Anklicken vergrößern.

Johnnie Walker ist das Leitthema der Brennerei – man sieht sich als Teil der Johnnie Walker Familie, und wird in der Johnnie Walker Experience in Edinburgh auch als eine der vier Leitdestillerien für die Marke präsentiert (siehe unseren Bericht von dort hier): Cardhu, Clynelish, Caol Ila und Glenkinchie.

Auch wenn natürlich Ende November die Vegetation nicht mehr viel hergibt, sieht man in der neuen Gestaltung des Vorplatzes den Anspruch, die Garten-Brennerei für Johnnie Walker zu sein und die floralen Noten zum Whisky beizutragen.

Gestatten: Johnnie Walker.

Hier einige Blicke in den Einkaufsbereich des Besucherzentrums – alles sehr aufwendig und sehr sauber gestaltet:

Auch die Special Releases sind hier gekonnt in Szene gesetzt.

Die Geschichte der Destillerie wird in Verbindung mit der Geschichte von Johnnie Walker erzählt, man präsentiert auch einige alte oder auf alt getrimmte Stücke während der Tour, so wie diese Brennblase, die dem Stil der früheren illicit stills entsprechen soll.

Auch hier wird, so wie in Edinburgh, mit modernsten audiovisuellen Mitteln gearbeitet, wenn auch in kleinerem und zurückgenommenen Rahmen.

Die Tour führt wie üblich durch den Herstellungsprozess von Whisky, beginnend mit der Mühle (auch hier in Glenkinchie ein klassisches Porteus-Modell).

Das Einmaischen geschieht in Edelstahlbottichen.

Die Washbacks sind traditionell aus Holz, zumeist jüngeren Datums, der mittlere links ist der älteste in der Brennerei.

Ein Blick hinein auf das Whiskybier, aus dem danach der Spirit destilliert wird.

Was hier dampft, ist nicht die mit Hefe versetze Maische, sondern der Washback wird mit Dampf gereinigt. Hygiene ist das um und auf bei der Whiskyproduktion (mit einigen Einschränkungen – so lässt man zum Beispiel bei einer langen Fermentation nach der Hefe auch „hauseigene“ Bakterien in der Vergärung wirken, die damir ein Bestandteil des „Destilleriegeschmacks“ sind).

Hier die beiden Stills von Glenkinchie.

Und der Spirit Safe.

Ein Fasslager gibt es bei Glenkinchie nicht mehr, mal präsentiert einige Fässer vor dem Ende der Tour vor dem Tasting Room, die sind aber befüllt und man kann in einige davon hineinriechen, um die verschiedenen Fassarten zu „erschmecken“. Die tatsächlich verwendeten Fässer reifen alle in den großen Lagerstätten von Diageo.

Zum Abschluss der Tour gibt es ein Tasting mit drei Drams: Dem Glenkinchie 12yo, eine limitierte Abfüllung (Tattoo Edition) und einem Johnnie Walker Gold Reserve. Der Tattoo Reserve ist unsere Kaufempfehlung für den Shop – er bietet um relativ kleines Geld sehr guten und sehr typischen Glenkinchie.

Zum Abschluss unserer Tour noch ein paar Bilder von Genkinchie im ausklingenden Novembernachmittag. Zahlt sich ein Besuch aus? Wenn Sie in Edinburgh sind, dann sollte Glenkinchie gemeinsam mit der neuen Holyrood Distillery und der Johnnie Walker Experience am Pflichtprogramm stehen. Die Tour ist relativ intim, was der Größe der Brennerei zu verdanken ist, Sie kommen dem Geschehen während der Whiskyproduktion recht nahe und das Besucherzentrum ist wirklich sehr stimmig gestaltet.

Serge verkostet: Glen Grant – 18, 23 und 65 Jahre alt

Drei Abfüllungen aus der Destillerie Glen Grant in der Speyside sind heute auf dem Verkostungszettel bei Serge Valentin. Der jüngste Whisky, eine Abfüllung der Scotch Malt Whisky Society, ist 18 Jahre alt, der älteste stammt von Gordon & MacPhail und hat 65 Jahre lang in einem First Fill Sherry Butt gelegen. Alle drei Whiskys sind für Otto Normalgenießer (und Anna Normalgenießerin) nicht so einfach zu bekommen, es sei denn, man fährt nach London, Singapur oder ist mit sehr viel überflüssigem Geld ausgestattet.

19 Punkte Differenz finden sich in den Bewertungen zwischen diesen drei Whiskys – aber wie immer sind die reinen Punkteangaben nur die sehr grobe Zusammenfassung der sehr detaillierten Verkostungsnotizen:

AbfüllungPunkte

Glen Grant 18 yo (56.1%, Scotch Malt Whisky Society, for 19 Greville Street, #9.198, Crumbly Biscuits and Heavenly Blossom, 222 bottles, 2021)75
Glen Grant 23 yo 1997/2021 (53%, Quaich Bar Singapore, Signature Reserve, 220 bottles)85
Glen Grant 65 yo 1956/2021 (55.9%, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, LMDW 65 Anniversary, first fill sherry butt, cask #4451, 100 bottles)94

Ardgowan will Brennerei als „Kathedrale für Whisky“ gestalten

Die Ardgowan Distillery, im Besitz des österreichischen Whiskyinvestors Roland Grain, hat die Pläne für den Bau der Brennerei der Öffentlichkeit vorgestellt. Beim Design will man ebenso andere und moderne Wege gehen wie bei der Ausstattung der Brennerei in den Lowlands.

Das Brennereigebäude der Ardgowan Distillery in Inverkip wird im Stil von nordischen Langschiffen gebaut und soll den Besuchern ein lichtdurchflutetes, angenehmes Erlebnis garantieren. Verwendet werden Holz und Stahl und eine Verkleidung aus Komposit-Materialien, die umweltschonend produziert wird – so wie die gesamte Produktion einen Fokus auf Energieeffizienz legt.

Das Design stammt vom österreichischen Architektenbüro Spitzbart & Partners. Das zum Himmel ausgerichtete Langschiffgebäude soll, so Besitzer Roland Grain, die Wiederaufstehung von Ardgowan symbolisieren und eine „Kathedrale für Whisky“ sein. Das alte Destilleriegebäude wurde ja 1941 ein Opfer eines Luftangriffs und brannte dabei nieder. Und es soll die Ambitionen der Brennerei widerspiegeln, einen der besten Whiskys der Welt zu produzieren.

Das neue Gebäude ist, weil vom ursprünglichen Plan abweichend, nochmals Gegenstand eines Baugenehmigungsverfahrens, das laut der Destillerie schon zu Beginn des nächsten Jahres abgeschlossen sein sollte. Fertiggestellt sollte die Brennerei bis 2023 sein.

Die Ardgowan Distillery liegt nur 30 Meilen von Glasgow entfernt und im nahegelegenen Greenock begrüßt man jährlich an die 100.000 Kruezfahrt-Touristen. Man setzt darauf, mit der Ardowan Distillery ein Motor des Tourismus in der Gegend zu sein und die lokale Wirtschaft mit neuen Impulsen zu versorgen. Man schätzt, dass die Brennerei 47 neue lokal besetzte Jobs schaffen wird, und mit der Ausschreibung der Baulose will man ebenfalls sehr bald beginnen.

Ein Videointerview mit Besitzer Roland Grain finden Sie hier.

TV-Tipp: First Lady of Whisky – Schottland auf neuen Wegen (arte, heute 19:40)

Eine Produktion des WDR aus diesem Jahr über Whisky, Annabel Thomas und ihre Nc’nean Distillery ist heute, am 22. Dezember 2021, um 19:40 auf arte zu sehen. Die Highland-Brennerei ist nicht nur die erste schottische Destillerie mit komplett weiblichem Führungsteam, sondern auch eine der fortschrittlichsten Brennereien, was Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz anbelangt.

Hier die Beschreibung des Inhalts von der Webseite des Senders:

Annabel Thomas ist stolz: Sie hält ihren ersten selbstgebrannten Whisky in den Händen. Sie ist die erste Chefin einer Whiskybrennerei in Schottland. Und ihre Destillerie ist die einzige, die komplett auf Bio und Klimaneutralität setzt. Der Erfolg gibt ihr Recht: Die erste Charge ist komplett ausverkauft.

Vier Autostunden nördlich von Glasgow, in der kompletten Einsamkeit am Ende einer einspurigen Straße, befindet sich die jüngste Whiskydestillerie des schottischen Hochlandes. Es ist eine besondere Destillerie, und das in mehrfacher Hinsicht. Gegründet und geführt von einer Frau: Annabel Thomas ist die erste Chefin in der traditionsreichen schottischen Whiskybranche und sie setzt neue Akzente: 100% biologisch und 100% klimaneutral – das sind ihre Ziele.
So wird ausschließlich Biogerste verwendet und der Boiler mit Holzspänen beheizt, die aus dem eigenen Wald stammen. Die Abfälle der Brennerei werden als Tierfutter oder Dünger von den benachbarten Landwirten gerne entgegengenommen. Der Strom kommt zu fast 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Annabel Thomas betont, dass ihr besonders wichtig war, ohne Torf zu heizen, weil alte Moorflächen, aus denen Torf gestochen wird, mit zu den schlimmsten Klimasünden gehören.  
Und was sagt die Kundschaft? Ihre erste Charge des Whiskys von 2017 konnte sie nach drei Jahren mit überragendem Erfolg verkaufen. Eine neue Linie, im Herbst 2021 auf den Markt gebracht, war innerhalb weniger Stunden vergriffen. Sie weiß, dass vor allem im hippen und jungen London ihre Geschichte gut ankommt. Der Klimaschutz und „100% organic“ sind ihre Alleinstellungsmerkmale in der Whiskyindustrie, und das überzeugt. Aber nicht nur das. Sie entwickelte zum Beispiel die Idee, den Whisky beim Trinken mit etwas Soda zu verdünnen. Und so zählt sie immer mehr junge Frauen zu Ihrem Kundenstamm, denen bisher ein purer Whisky zu hochprozentig war.

Der Blick ins Stillhouse…

Für alle, die die Sendung heute weder sehen noch aufnehmen können: Sie wird morgen, am Donnerstag, um 12:15 wiederholt. Und wer noch mehr über und von Annabel Thomas erfahren will, dem legen wir unser exklusives Videointerview aus dem Vorjahr ans Herz.

Càrn Mòr veröffentlicht erste Family Reserve Abfüllung: Glen Garioch 1988

Der unabhängige Abfüller Càrn Mòr, im Besitz der Morrison-Familie, hat heute eine erste Abfüllung aus der neuen Family Reserve-Reihe von Whiskys im Vereinigten Königreich veröffentlicht: Der Càrn Mòr Family Reserve Glen Garioch 1988 ist 32 Jahre alt und stammt aus einer Zeit, als die Brennerei noch im Familienbesitz stand.

Der Whisky wurde aus der Familiensammlung von Fässern ausgewählt, und auch die zukünftigen Bottlings werden entweder von Brian oder Jamie Morrison persönlich daraus selektiert. Beim Glen Garioch sei, so Brian Morrison, das Fass deswegen ausgewählt worden, weil es für den damaligen Stil, als man noch selbst mälzte und torfte, repräsentativ sei.

108 Flaschen wurden mit 42,2% vol. abgefüllt. Sie werden in einer eigens gestalteten Holzbox präsentiert, mit einem persönlichen Brief an der Innenseite, der auf die Abfüllung im Rahmen der Familiengeschichte eingeht und der handsigniert ist.

Der Preis der Abfüllung in Großbritannien: 2895 Pfund, also umgerechnet ca. 3400 Euro.

24 der Flaschen sind auch nach Deutschland gekommen, informiert uns der Importeur, die Schlumberger GmbH, und sie sind günstiger als in UK: Der unverbindlich empfohlene Verkaufspreis beträgt € 2999,-.

Serge verkostet: Imperial

Dort, wo jetzt die Brennerei Dalmunach steht, stand früher die Imperial Distillery, die bis 1998 produzierte und 2013 abgerissen wurde. Sie ist eine der jüngsten Lost Distilleries, und war bis vor ca. 5 Jahren noch relativ normal bepreist. Jetzt allerdings sind die Abfüllungen schon im gehobenen Preissegment, auch wenn immer noch neue Bottlings erscheinen.

Acht Imperials, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden, hat Serge Valentin heute verkostet, und von Gut bis ausgezeichnet bewertet. Hier die Ergebnisse in Tabellenform:

AbfüllungPunkte

Imperial 25 yo 1996/2021 (53.6%, Watt Whisky, refill barrel)90
Imperial 23 yo 1997/2020 (45.4%, The Single Malts of Scotland, for the USA, barrel, cask #2798, 151 bottle)89
Imperial 24 yo 1996/2020 (54.6%, Single Cask Nation, bourbon barrel, cask #3420, 184 bottles)88
Imperial 22 yo 1998/2020 (52.1%, Chapter 7, bourbon barrel, cask #104355, 218 bottles)88
Imperial 21 yo 1997/2019 (49.6%, Elixir Distillers, Whisky Trail, retro label, cask #2471, 169 bottles)89
Imperial 28 yo (40.8%, Elixir Distillers, Marriage, 600 bottles, 2020)82
Imperial 24 yo 1995/2020 (51.5%, Elixir Distillers, The Single Malts of Scotland, bourbon, cask #7854, 127 bottles)90
Imperial 25 yo 1995/2020 (48.2%, LMDW, Artist #10, hogshead, cask #50270, 197 bottles)85