Willkommen zur 237. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.
Die Liste der teilnehmenden Vlogs ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.
In der Ausgabe 237 finden Sie neun neue Videos:
Whisky Enjoy – Ranger Creek .36 Cask Strength Limited Edition
Whisky Plausch – Arran Sauternes Cask
Whisky Evening – Long Valley Dailuaine 11
Pat Hock – Smokehead Islay Single Malt Whisky
WhiskyJason – Kilchoman Fino Sherry Matured
Barrelbeast – Irish Single Malt Whiskey 1989 – Whisky Fässle
The Whisky Waiter – Lagavulin 11 Jahre Offerman Edition Guinness Cask Finish
Friendly Mr. Z. – Tomatin French Collection
World Wide Whisky – Blind Battle – Ronny vs. Chairwalker
Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.
Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Wir freuen uns, Ihnen jeden Sonntag ein Stück einer wunderbaren Geschichte über Schottland, Whisky und das Reisen vorstellen zu dürfen: Exklusiv auf Whiskyexerts präsentieren wir Ihnen Whisky Cycle, das neueste Buch von Uli Franz, als Fortsetzungsgeschichte.
Uli Franz lebt als Schriftsteller im Chiemgau und auf der dalmatinischen Insel Brac’. Von 1977-80 arbeitete er als Zeitungskorrespondent in Peking. Über China und Tibet veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Zuletzt erschienen Radgeschichten und „Die Asche meines Vaters“ (Rowohlt Verlag).
Das BuchWhisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland (ca. 320 Seiten) ist momentan in der ersten Auflage vergriffen – über Neuigkeiten zu Bestellmöglichkeiten werden wir Sie natürlich rechtzeitig informieren.
Die Radtour zu 17 schottischen Destillerien. Karte von Alba Collection
Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 29)
Zwei Optionen boten sich nun an: entweder dem vergilbten Fahrplan zu vertrauen und drei Stunden auf das Fährboot zu warten, in der Hoffnung, dass es wirklich kommt. Oder mich von den äußeren Umständen unabhängig zu machen und einen Umweg von 30 Kilometern in Kauf zu nehmen, wohlwissend, dass dieses Unterfangen sehr anstrengend werden würde. Natürlich könnte ich verweilen, versunken in die Betrachtung meines aufragenden Gegenübers, des Bergs. Auch hätte ich Zeit und Muße, um in meine Notizen zu investieren, zum Beispiel in Aufzeichnungen über den Flow.
Schließlich wurde die große Biegung an Loch Linnhe und Loch Eil zum Scheidepunkt, an dem zwei Arten der Fortbewegung aufeinanderprallten: Flow und Speed. Den Flow hatte ich gerade erlebt, den Speed sollte ich ab jetzt erleben, weil ich mich für die Umfahrung entschloss – und zwar mit Tempo und zweckorientiert mit klarer Zielvorstellung. Noch vor Anbruch der Dunkelheit wollte ich drüben in Fort William sein, wofür ich die 30 Kilometer in kräftezehrendem Stakkato hinter mich bringen musste.
Beide Formen des Radfahrens, Flow und Speed, sind reizvoll und wert, sie gleichermaßen kennenzulernen. Jeder Fernradfahrer und natürlich jeder Rennradfahrer, der konditionell gut in den Pedalen ist, kennt den Zustand von speedy. Nach außen hin geht es ums Tempo, im Wesen hingegen um mehr, um eine körperliche und geistige Herausforderung, die sich in einem höheren Pulsschlag und einer größeren Schlagkraft zeigt, was zweifelsohne ein erhebendes Gefühl von Leichtigkeit und Glück im Körper bewirkt. Dabei kann es leicht passieren, dass man unter Speed die Herrschaft über seine Sinne verliert. Vor lauter Euphorie schießt man dann über das Ziel hinaus und schon schnappt die Falle zu, die Falle einer mentalen wie körperlichen Selbstüberschätzung. Jetzt wird der Speed zum Selbstzweck und das Erreichen des Ziels zu einer verbissenen Idee, die sich leicht vom Begehren zur Begierde und zur Gier auswachsen kann und folglich jeden Gedanken an Verweilen und Muße als störend wegdrückt. Jetzt ist der Speed nicht mehr förderlich, wenn die Radtour, der Run und überhaupt jeder Walk nur noch reflexiv vorangetrieben und selbst das richtige Atmen vernachlässigt wird. All das erlebte ich, als ich anstelle des So-Seins, das zweckbetonte So-Wollen wählte, mich in die Pedale stemmte und den schmalen, langgestreckten Loch Eil immer im Angesicht des anderen Ufers umfuhr.
Anfangs freute ich mich über viel Rückenwind, aber kaum, dass ich am verlandeten Ende in großem Bogen auf der geschäftigen A 830 zurückfuhr, stand er mir im Gesicht und stemmte sich gegen meine Brust, als wollte er mein Zielverlangen sabotieren. Erschöpft erreichte ich gegen 19 Uhr den Ortseingang von Fort William, wo ich am erstbesten Minimarkt anhielt und mit zittriger Hand eine Flasche Wasser, einen Joghurt und ein eingeschweißtes Sandwich kaufte. Als sich mein Körper langsam erholte, musste ich kleinlaut zugeben, dass ich das Prinzip des Loslassens noch nicht verstanden hatte.
Sobald die Hitze aus Kopf und Körper verschwunden war, querte ich den Caledonia Canal auf einem Eisensteg und schneckengleich fuhr ich erschöpft bis vor das Postamt in der Fußgängerzone der Kleinstadt. Bunte Plakate in den Schaufenstern kündigten die Wandersaison am Ben Nevis an. Zum Glück hatte sie noch nicht begonnen, so fand ich ohne große Sucherei ein B&B im Wohngebiet an der oberen Hangterrasse. Der kleine Herbergskomfort bestand aus einem scharlachroten Teppichboden und einem zweiten Bett, auf dessen Tagesdecke ich mein Gepäck abladen und frisch ordnen konnte. Mit der Duschapparatur hatte ich mittlerweile Frieden geschlossen und wurde dafür mit Heißwasser im Überfluss belohnt.
Am nächsten Morgen mampfte ich wieder tüchtig und steckte mir auch zwei Äpfel und zwei Dreieckstoasts mit Orangenmarmelade auf salziger Butter ein. Als es ans Bezahlen ging, kam ich mir wie ein Wohltäter vor, weil ich der jungen indonesisch-schottischen Familie, die während der Sommersaison von ihrem Haus in die Enge eines Wohnwagens umgezogen war, einen Obolus von 60 Pfund auf den Frühstückstisch legte.
Wieder ein Sonnentag, noch kühle Frische in der Früh, aber T-Shirt Wetter am Nachmittag! In den Morgenstunden erlebte ich eine Schattenfahrt über querliegende Wurzelschlangen auf weichem Weg. Die dichte Bewaldung ringsum bewies, dass die Highlands nun zu meiner Begleitung gehörten wie der Luftdruck zum Reifen. Seit Verlassen der Auen und dem Eintauchen in einen Wald mit verfilztem Buschwerk unter hohen Tannen und Kiefern lud Trail No. 78 auch Hiker ein, nach Fort Augustus am Südzipfel von Loch Ness zu wandern.
Ein gemächlicher Fahrtag mit vielen Trinkpausen war angesagt, mehr als definitiv: ein Fahrtag ohne Speed. Der Verzicht aufs Tempo fiel nicht sonderlich schwer, denn der ganze Körper fühlte sich an wie eingeklemmt in einer Eisenrüstung. Obwohl ich am Vorabend noch die Hüftbeuger gedehnt und Rumpf und Rücken auf dem mitgebrachten Yogatuch gestretcht hatte, strengte das Pedalieren auf holprigem Waldgrund derart an, dass ich nur kleine und mittlere Gänge wählte. Die gestrige Speed-Aktion hatte mir einen feinen Muskelkater mit Brennen in den Oberschenkeln, eine verkrampfte Wadenmuskulatur sowie einen schmerzenden Nacken beschert. Auf dem harten Sportsattel verspürte ich auch eine leichte Wundreizung am Po.
Die schattige Waldpassage lag weit hinter mir, als mich der Radweg ins freie Gelände zum Lochy Fluss lenkte. Auf dem Wasser ging es zu wie auf einer Bootsmesse, nur dass der Wert der vertäuten und fahrenden Schiffe und Boote weit unter ihrem Neuwert lag. Die Ufer säumend, lagen Bug an Heck diverse Jollen mit gerefften Segeln und Kajütenboote und Yachten mit abgeschaltetem Motor. Die Schiffe waren vertäut und ihre Kapitäne, Rudergänger und Leichtmatrosen gönnten sich ein Schwätzchen bis sie artig gestaffelt zu Neptuns Treppen vorgelassen wurden.
Dank einer deutschen Ingenieursleistung gelang es dem Schiffsverkehr über mehrere Treppen erstaunliche 42 Höhenmeter zu bewältigen, die der Caledonian Canal vom Atlantik zur Nordsee überwindet. Nicht wie unter dem Kommando eines besessenen Fitzcarraldo in einer mörderischen Hauruck-Aktion, sondern gemächlich von Kammerschleuse zu Kammerschleuse ging diese Bergfahrt der Binnenschiffe vonstatten. Neptune’s Staricase bestanden aus acht Kammern mit gigantischen Schleusentoren, die tonnenschweren Wassermassen standhalten mussten, und erlaubten regen Schiffsverkehr zwischen Loch Lochy und Loch Ness. Am Abend sollte ich einen alten Seemann treffen, der von der Nordsee kommend, Loch Ness und einen Großteil des Kanals durchfahren hatte.
Der Caledonian Canal
Der Kaledonische Kanal ist eine kühne Ingenieursleistung des frühen Maschinenzeitalters, die heute vor allem dem Tourismus dient. Anders als der Union Canal zwischen Edinburgh und Glasgow, wo man in eine verwunschene Wasserwelt voller Tümpel, Seeroseninseln und Schilfgestrüpp eintaucht und gelegentlich von den tiefhängenden Ästen der Trauerweiden gestreichelt und in dunklen Tunneln beregnet wird, ist er ein kilometerlanger lärmender Campingplatz. Eine Aneinanderreihung von Kiosken, verwitterten Wohnwagen und Hunderten von ankernden Hausbooten, von denen viele vergessen im Wasser verrotten und den Kanalufern an seichten Stellen den Anschein eines Friedhofs geben.
Gegen Nachmittag hatte ich mich weitgehend aus den Zwängen meines Muskelkaters befreit und freute mich auf die letzte Wegstrecke. Am Golfplatz verkündete ein königsblaues Schild, dass Loch Ness gleich erreicht sei. Als ich das Clubhaus passierte, sah ich auch schon den Portikus, zumindest bildete ich mir ein, durch ein Tor in die einstige Römersiedlung Fort Augustus hineinzuradeln. Tatsächlich war es kein Tor, sondern die Stangen einer Höhenbegrenzung an der Einfahrt zum bewachten Busparkplatz.
Kohorten von Tagestouristen, bewaffnet mit der Absicht, ein Schnäppchen an einem Nessie-Souvenirstand zu ergattern, streiften durch die Gassen des 600-Seelen-Dorfs. Zu Fuß, das Rad schiebend, schlängelte ich mich zwischen Männern und Frauen und Kindern in schlabberigen Jogginghosen und gesteppten Thermojacken, aber auch zwischen Teenagern in Flip Flops und T-Shirts hindurch, um auf den Dorfplatz am Schleusenhafen zu gelangen. Dank meiner Wendigkeit war ich all den Bussen, Pickups, LKWs und PKWs, die sich in der Ortsmitte verkeilt hatten, überlegen. Während sich die Fahrer der Blechkarossen Wortgefechte am Brückenkopf lieferten, um auf den Parkplatz oder weiter zu kommen, stellte ich mein schlankes Gefährt relaxed am Fahrradständer von The Lock Inn ab und ließ mich an einem Holztisch nahe dem Schleusentor nieder. Im Freien gönnte ich mir das reichlich verdiente Feierabendbier. Der Schuss Elektrolyte mit etwas Glukose gaben mir den kleinen Kick, um mit Eifer die Quartiersuche anzugehen. Viel brauchte ich diesmal nicht zu unternehmen, denn beim Bier war ich mit meinem Gegenüber, einem ortsansässigen Polen, ins Gespräch gekommen. Hilfsbereit organisierte er mir per Handy eine Übernachtungsmöglichkeit.
Abseits vom Touristengeschnatter fand ich ein Mansardenzimmer, das mich traumhaft ruhig empfing. Noch in Kleidern warf ich mich aufs Bett, um die Stille zu genießen – bis zu dem Moment, als es im Garten plötzlich scheppernd dröhnte, als hätte jemand in eine Kindertröte gepustet. Erschrocken sprang ich hoch und sah aus dem Dachlukenfenster. Im Garten erspähte ich ein Paar fetter Fasane, die immer wieder dieses metallische Tröten ausstießen, während sie umher stolzierten. Sie staksten durch ihr Revier, pickten den einen oder anderen Wurm aus dem englischen Rasen und hatten anscheinend ein diebisches Vergnügen an ihrer Kakophonie. Erwürgen hätte ich diese Quälgeister können, aber vor lauter Hunger ergriff ich dann doch lieber die Flucht und lief zurück zur Dorfwirtschaft. The Lock Inn hätte gut in jeden Nordsee-Hafen gepasst, aber es gab diesen Treff der Land- und Wasserratten nur in Fort Augustus an der Schleuse.
Das Lokal im Viktoria-Stil mit viel Mahagoni-Imitat und mattglänzenden Messingbeschlägen an Tresen, Türen und Fenstern war immer noch von Touristengruppen belagert, selbst draußen neben dem Kanal, wo zur Blauen Stunde nicht mehr als 8 Grad Lufttemperatur herrschten. Drinnen allemal! Am mächtigen Schanktisch standen die Gäste in Dreierreihen. Die zu spät gekommenen Trinker mussten an den Fronttrinkern vorbeigreifen, um an ihr abgestelltes Glas Ale oder blondes Belhaven zu kommen. Sehr selten griff einer aus der hinteren Reihe nach seinem abgestellten Dram – der Schluck Whisky ist im Pub einfach zu teuer.
Wirtsrufe wie „Sofort bezahlen!“ und „Essen nur an den Tischen!“ übertönten den brodelnden Lärm im überfüllten Lokal, wo in einer Nische auch noch zu einer Mundharmonika gesungen wurde.
Loch Ness
Die Beine wollte ich mir nicht in den Bauch stehen, immerhin hatten sie trotz Muskelschmerz beachtlich gekurbelt und ein Tagespensum von 62 Kilometern geschafft. Da es an allen Tischen eng zuging, blieb mir nichts anderes übrig, als mich in eine Ecke zu quetschen, wo drei Schotten die Köpfe zusammensteckten. Wie sie redeten, fielen aus ihren Sätzen ab und an verständliche englische Begriffe wie Brosamen für mich ab, ansonsten aber rollten sie lange Sätze wie leere Whiskyfässer und die „Ooohs“ und „Schiis“ hätten sie nicht gedehnter aussprechen können.
Irgendwann mischte ich mich in ihre Unterhaltung ein und meinte, sie seien wohl Highlander. Kurz stockte der Wortwechsel, dann lachten sie im Chor und bestätigten mir nickend ihre Herkunft, die ich wohl aufgrund ihres weichen Zungenschlags erraten hätte. Der Schotte mit dem weißen Wuschelhaar, das wie struppige Schafswolle unter seiner Kapitänsmütze hervorquoll, erging sich aus Spaß in Oxford English: „Wortschnipsel wie yes or no, so was Kurzangebundenes gibt es im Gälischen nicht. Unsere gälische Zunge geht viel einfühlsamer mit den Worten um, weil wir die Reime so lieben.“ Er kratzte sich hinter dem Ohr und überlegte kurz, dann ergänzte er ernst: „Wir Schotten lieben seit altersher den Gesang, jede Art von Melodie, das genau beweisen die vielen Reime, die dem Englischen fehlen.“
Während ich auf meine Bestellung, einen Süßkartoffel-Kichererbsen-Mais-Eintopf, wartete, entspann sich ein Gespräch zwischen dem deutschen Whiskyradler, einem jungen Ingenieur für Windenergie, einem pensionierten Kapitän und dessen Kumpel, mit dem er auf einem Segelboot von der Nordsee zum Atlantik unterwegs war. Diese Unterhaltung entfaltete sich weitaus profunder als man es von deutschen Stammtischen gewohnt ist.
Der pensionierte Kapitän war der Wortführer, aber nicht wegen seines bestimmenden Tenors, sondern weil er eine ganze Menge auf dem Kasten hatte. Nach unserem ersten Beschnuppern, woher und wohin und natürlich warum und weshalb, machte er mich mit dem schottischen Nationaldichter Robbie Burns bekannt. Diese Bildungsoffensive kam nicht zufällig aus heiterem Himmel. Auf den berühmten Dichter kamen wir über den Whisky, den Robbie Burns über alles liebte und von dem er einmal gesagt haben soll: „Whiskytrinken ist wie das Betrachten eines Gemäldes. Jeder sieht in dem Bild etwas anderes, was ihm gefällt.“
Burns, das las ich dann später nach, war nur 37 Jahre alt geworden, er starb anno 1796 nach einem recht stürmischen und rastlosen Leben. Bevor er zu dichten anfing, hatte er sich als Steuereintreiber verdingt, der illegale Schwarzbrennereien aufspüren musste. Als Staatsbeamter war er zwar bewaffnet, doch gerne drückte er ein Auge zu und zog wohl nie den Revolver, um einen Schwarzbrenner zu arrestieren oder gar zu erschießen. Überliefert ist ein kleines Gedicht, das heute noch jeder Whiskykenner frei rezitieren können muss. Es handelt von John Barleycorn und sinngemäß wird darin die förderliche Kraft des Whiskys beschrieben: „Wer das Blut jenes Johann Gerstenkorn trinkt, dessen Mut wächst Schluck für Schluck“.
Member of the Most Excellent Order of the British Empire, so darf sich neuerdings Charles MacLean nennen und das Kürzel MBE hinter seinem Namen tragen (wir berichteten). In einem recht langem, ausführlichen und tiefgehenden Interview mit Joseph V Micallef für Forbes führt MacLean uns durch seine Geschichte im und mit dem Scotch Whisky.
Bild: Speyside Distillery
Charles MacLean begann seine Tätigkeit, als Scotch Whisky vielleicht am weitesten entfernt von seiner heutigen Popularität war. Er nimmt uns mit in die Zeit, in der Macallans Werbeetat £ 50 betrug, zeigt die Änderungen im Business seit den 1980ern auf, und weiß bereits, welchen Scotch Whisky er Queen Elizabeth empfehlen würde, sollte sie, nachdem er zum Ritter geschlagen wäre, ihn fragen, welchen sie bei Staatsfeiern im Buckingham Palace servieren soll. Und soviel sei hier verraten: Mit dem Lagavulin 16 yo hätte Charles MacLean Angst, einen diplomatischen Zwischenfall zu verursachen.
Jede Woche erscheinen viele neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den Abertausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt?
Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.
„Fremde Federn“ stellt Ihnen in der nun 154. Folge Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor – eine Sammlung von Meinungen zu verschiedenen Whiskys, die Ihnen ein wenig ein Leitfaden für eigene Entdeckungen sein können. Und wenn Sie sich auf eine eigene Entdeckungsreise begeben wollen, dann finden Sie in unserem Artikel über das richtige Verkosten (vor allem in dem enthaltenen weiterführenden Link) eine hilfreiche Unterstützung.
Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.
Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!
Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten. in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.
deinwhisky.de stellt heute wieder eine besondere und exklusive Abfüllung vor. Der Single Malt kommt aus der Highland-Brennerei Glenglassaugh, durfte 9 Jahre in einem Pedro Ximenez Sherry Puncheon reifen und ist in Fassstärke abgefüllt. Alle weiteren Informationen zu diesem Bottling finden Sie in der Presseaussendung:
Glenglassaugh Single Cask exklusiv für deinwhisky.de
Liebe Whiskyfreunde,
heute dürfen wir Ihnen wieder ein echtes Highlight präsentieren!
Exklusiv für deinwhisky.de wurde dieser herrliche Glenglassaugh Single Malt aus einem einzelnen Pedro Ximenez Sherry Puncheon abgefüllt. Der Whisky wurde am 02.02.2012 destilliert und reifte über 9 Jahre in den Lagerhäusern der beliebten Highland Brennerei, bis er am 20.03.2021 auf insgesamt 677 Flaschen in natürlicher Fassstärke mit 58,3% vol. abgefüllt wurde. Lassen Sie sich verführen von der dunklen kupfer-goldenen Farbe und einer tollen Kombination aus süß-fruchtigen sowie mineralischen Küsten-Aromen gepaart mit gesalzenem Karamell, Honig, Sandelholz und Bienenwachs.
Eine tolle Gelegenheit sich eines der seltenen Single Casks dieser Brennerei zu sichern!
Aroma: Trockenfrüchte und kandierte Ananas mit Sandelholz, Honig und geölter Eiche
Geschmack: gesalzenes Karamell und Bienenwachs mit Schokolade, Ananas und anhaltenden mineralischen Noten
Die Abfüllung gibt es ab sofort bei deinwhisky.de unter:
Auf eine ganz besondere Auktion weist uns die Online-Auktionsplattform Catawiki. Noch bis Montag, den 21. Juni läuft die Versteigerung einer Flasche The Macallan 1949 50 years old Millennium. Alle weiteren Information zu dieser seltenen und raren Abfüllung sowie zur Auktion finden Sie in der folgenden Pressemitteilung:
The Macallan 1949 50 years old Millennium bei Online-Auktion auf Catawiki zu ersteigern
Am Montag, den 21. Juni wird ein ganz besonderer Whisky unter dem Hammer der Online-Auktionsplattform Catawiki landen: Der 50 Jahre alte The Macallan 1949 50 years old Millennium aus dem Jahr 1949. Bisher wurden bereits 70.000 Euro für die Flasche geboten. Die Whisky-Experten von Catawiki erwarten, dass der finale Preis bei circa 100.000 Euro liegen wird.
Foto: Catawiki
Dieser edle Whisky gehört zu den ältesten Jahrgängen von The Macallan und wurde ausschließlich in drei Sherry-Fässern herangereift. Der Single Malt Whisky von der Brennerei Macallan wird in einem bescheidenen Dekanter und einer geschmackvollen Holzkiste präsentiert. Der 1949er Macallan wurde 2005 durch den ersten von sechs Lalique Dekantern abgelöst. Das vollständige Set mit dem Namen “The Macallan Lalique Six Pillars collection” wurde 2016 fertiggestellt. Ein Jahr später wurde ein komplettes Set versteigert und erzielte knapp eine Million US-Dollar. Lange bevor die Macallan-Preise in den Jahren 2018 bis 2021 deutlich stiegen.
Foto: Catawiki
Geschmacklich soll der Whisky an Weihnachten erinnern. Dafür sorgen die Geschmacksnoten von Nelken, Koriander und Orangenschale. Ganz untypisch für The Macallan hat dieser Speyside Whisky einen torfigen Unterton kombiniert mit einem Hauch von Trockenfrüchten und dunkler Schokolade. Mit einem erfrischenden Zitrus-Finish gilt dieser in Fassstärke dekantierte Whisky als einer der besten Single Malts von The Macallan.
„Diese Flasche kann als letzte Macallan der “alten Schule” bezeichnet werden,“ so Jeroen Koetsier, Catawiki-Experte für Whisky.
„Kenner bezeichnen den Whisky als ganz besonderes Juwel. Er soll der speziellste gealterte Macallan Whisky sein, der jemals abgefüllt wurde. Dieser Macallan spielt in einer ganz eigenen Liga und wird seinem Ruf als Rolls Royce der Malt Whiskys gerecht.”
In Erwartung des nächsten Sommer-Duetts werden wir heute überrascht und finden auf Whiskyfun eine Session mit sieben Teaninichs vor. Diageo’s Highland-Destillerie Teaninich steht beim Konzern nicht im Rampenlicht und wird oft und gerne übersehen. Warum dies so ist, zeigt die heutige Verkostung ebenso auf, wie sie auch verdeutlicht, dass dies verkehrt ist. Die Bandbreite der Punkte, die Serge Valentin vergibt, reicht von mageren 70 Punkten bis hin zu sehr guten 86 Punkten. Welche Bottlings in die Verkostung kamen, und welche Bewertungen sie erhielten, sehen Sie in unser Übersicht:
Teaninich 9 yo (46%, James Eadie, Small Batch, 1084 bottles, 2020)
86
Teaninich 12 yo 2008/2020 (51.5%, James Eadie, 1st fill oloroso hogshead finish, cask # 354556, 246 bottles)
Wein-Riegger stellt uns in ihrer Presseaussendung die neue Abfüllung der Riegger’s Selection vor. Red Deer Edition VI – Black Forest Summer Edition ist ein deutscher Single Malt Whisky, der in einem Ruby-Portwein-Fass reifen durfte. Am Ende unseres Posts stellt Ihnen Lisa Lauinger diesen Whisky noch in einem Verkostungsvideo vor:
Neu von Riegger’s Selection: Red Deer Edition VI – Black Forest Summer Edition
Mit dem Red Deer VI stellen wir die Black Forest Summer Edition des deutschen Single Malt Whiskys von Riegger’s Selection aus dem Schwarzwald vor. Bereits der Name deutet auf seine fruchtig-frische Art hin, die ihn als perfekten Begleiter zu einer lauen Sommernacht macht. Gereift wurde der Schwarzwaldwhisky in dem Ruby-Portwein-Fass mit der Nummer 52. Diese Fassreifung spiegelt sich sowohl in seiner Terracotta-Farbe als auch im fruchtigen Charakter wider.
Destilliert wurde er am 21.04.2015 in einer Whiskybrennerei mitten im Schwarzwald. Nach sechsjähriger Reifung im Warehose „Hall of Angels‘ Share“ kam er am 04.05.2021 auf die Flasche. Nach vielen Proben wurde schließlich die perfekte Trinkstärke von 47,8 % vol für den Single Malt Whisky ausgewählt. Wie jeder Riegger’s Selection Single Malt ist er weder gefärbt noch kühlfiltriert. Erhältlich im Online-Shop von Wein Riegger
Von der Ardnamurchan Distillery ist jetzt eine neue Abfüllung im Handel verfügbar. Darüber informiert unsdie Rolf Kaspar GmbH, die der Importeur für die Whiskys der Brennerei in den westlichen Highlands für Deutschland ist. Alles zum neuen Ardnamurchan Single Malt AD/04.21:03 und eine Bezugsquelle finden Sie nachfolgend in der Pressemitteilung:
Neu – Ardnamurchan Single Malt AD/04.21:03
Inzwischen ist die neue Ardnamurchan Abfüllung in Deutschland und bei vielen Fachhändlern bereits eingetroffen. Bisher ist die Zuteilung für Deutschland weiterhin so gering, dass nicht jeder, der eine Flasche bekommen möchte, eine Flasche bekommen wird. Dafür ist die Nachfrage einfach viel zu groß. Für dieses Jahr werden noch weitere Abfüllungen mit tendenziell steigenden Stückzahlen erwartet. Damit verbessert sich hoffentlich dann auch die Verfügbarkeit. Wir wünschen jedem, der an eine Flasche kommen kann, viel Vergnügen damit!
Nose: mussels on a rope, burnt orange peel, glacier mints. Palate: Salted cashews and peanut brittle, fried bananas, smouldering driftwood.
Eine kleine Menge wird heute im Laufe des Tages im Onlineshop des Importeurs für Deutschland, Rolf Kaspar GmbH in Essen (www.kaspar-spirituosen.de) zu 49,95EUR/0,7l Flasche, kaufbar sein. Die Abgabe ist auf 2 Flasche pro Person bzw. pro Haushalt beschränkt.
Dass wir in der letzten Woche Ihnen bereits das Cocktail-Menü der SMWS für den Sommer vorstellten, wird den Aufmerksamen wohl nicht entgangen sein. Heute erreichten uns die Sommerlichen Whisky Cocktails allerdings von SMWS Germany in deutscher Sprache, und zusätzlich erklärt Jason Scott in vier Tutorials jetzt auch die Zubereitung der Drinks auf dem YouTube Kanal der SMWS (wir haben diese hier eingebettet. Deshalb laden wir Sie heute nochmals und erneut zu den neuen Signature-Cocktails der SMWS ein:
Sommerliche Whisky Cocktails
Die Scotch Malt Whisky Society kooperiert mit dem Royal Botanic Garden Edinburgh und der The Bramble Bar. Das Ergebnis ist ein Signature-Cocktail-Menü, in dem die blumigen Aromen des Sommers auf fassstarken Whisky treffen.
Für diese einmaligen Partnerschaft hat Jason Scott von der The Bramble Bar in Edinburgh mit Dr. Greg Kenicer vom Royal Botanic Garden zusammenarbeiten. Gemeinsam haben sie Cocktails kreiert, die die zarten und blumigen Noten der jüngsten SMWS Whiskys erforschen und diese durch essbare Blumen und aufregende Mixer ergänzen und kontrastieren.
Jason ist nicht nur Gründer und Inhaber einer internationalen Top-Bar, sondern auch eine Schlüsselfigur in der schottischen Cocktailszene. Einige der besten Barkeeper des Landes haben bei ihm gelernt.
Inspiriert von den Aromen des Sommers, werden die Signature-Cocktails mit einer Reihe von natürlichen Mixern kreiert, die unter anderem Lavendel, Primelblüten, Borretschblüten, frische Minze und Ginster enthalten.
Jason Scott:
„Ich bin schon lange ein Fan der Society und bewundere wirklich, was sie tun. Nachdem ich The Botanics besucht und Greg getroffen habe, war es eine große Freude für mich, diese fantastischen Cocktails zu kreieren. Ich bin mir sicher, dass sowohl Whiskyfans als auch Blumen-liebhaber diese vier Sommercocktails lieben werden.“
Joy & Sorrell
Der Joy & Sorrell verbindet leuchtende Fuchsienblüten mit dem Geschmack von Zitrusfrüchten und süßem Sauerampfer-Sirup.
Melancholy Crush
Ein erfrischende Julep, in dem sich ein elegant-fruchtigen Dram mit frischer Minze, Zitrone und Angostura Bitters vereint.
Four Seasons
Dieser violette Penicillin Cocktail kombiniert einem 13 Jahre alten Speyside-Whisky mit Zutaten wie frischem Lavendel.
Flaming Primerose
Einen 8 Jahre alter maritimen Single Scotch trifft auf Sweet Vermouth, Ginster-infused Campari und eine Primelblüte.
Alle Drinks sind den ganzen Sommer über in den Venues der SMWS in Edinburgh, Glasgow und London erhältlich. Wer keine Reise auf die Insel geplant hat, kann selbst aktiv werden. Auf dem YouTube Kanal der SMWS erklärt Jason Scott in vier Tutorials die Zubereitung der Drinks.
Der neue US-Präsident ist in dieser Woche auf Europareise. Zu Beginn traf er sich mit Spitzenvertreter der EU, Thema des Treffens war unter anderem auch der mittlerweile 17 Jahre dauernden Streit um die Subventionierung der Flugzeugbauer Boeing und Airbus, die man sich gegenseitig vorwirft. In den letzten Jahren verschärfte sich, unter Bidens Amtsvorgänger, dieser Handelsstreit deutlich (wir berichteten mehrfach), gegenseitig belegte man sich mit Strafzöllen.
Für unseren Bereich von Interesse: Die EU belegte unter anderem amerikanischen Bourbon und Tennessee-Whiskey mit einem Strafzoll von 25 % , die USA belegten unter anderem Single Malt mit einem Strafzoll von ebenfalls 25 %. Dies soll jetzt erst einmal eine Pause finden.
Korrektur am 19.06.: Whisky-Jason wies uns darauf hin, dass es keine Pause für den EU- Strafzoll auf Bourbon von 25% gibt. Danke nochmal dafür, Jason, auch an dieser Stelle!
In diesem Konflikt konnten sich beide Seiten auf einen Kompromiss einigen. „Nach Angaben aus EU-Kreisen“, schreibt die Süddeutsche Zeitung „sollen die gegenseitigen Strafzölle für fünf Jahre ausgesetzt werden, wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend melden.“
Auch Groß-Britannien und die USA einigten sich auf die gleiche Vereinbarung, wie das Handelsblatt schreibt. Und aus diplomatischer Sicht ist es sicherlich nicht unwichtig, dass die EU ihre Vereinbarung mit den USA einige Tage vorher traf. Groß-Britannien hatte bereits am 1. Januar seine eigenen Zölle für einige US-Waren gesenkt, die wegen des Streits über US-Subventionen für Boeing eingeführt wurden. Doch erst im März setzten dann die USA ihre Strafzölle auf britische Waren, einschließlich Single Malt Whisky, aus (wir berichteten).
Neue Herausforderungen im Post-Brexit stellen sich auf der irischen Insel, wie zum Beispiel Raidió Teilifís Éireann auf ihrer Website berichten. Seit dem 1. Januar 2021 haben manche Irish Whiskeys, Produkte mit Irish Whiskey, irische Milchprodukte und auch Irische Sahneliköre (hier kommt Beides zusammen) ihren EU-Ursprungsstatus gemäß allen EU-Handelsabkommen verloren. Im Detail geht es geht um Produkte, die selbst oder zum Teil aus Nordirland kommen und somit grenzüberschreitend hergestellt werden. Das Nordirland-Protokoll sieht für solche Produkte innerhalb der EU und Groß-Britanniens einen Schutz vor. Doch außerhalb dieser beiden Wirtschaftszonen gilt das von der ausgehandelte EU-Freihandelsabkommen für diese Produkte nicht. Um es an konkreten Beispielen zu verdeutlichen: Unter das EU-Freihandelsabkommen fällt nicht ein Blended Irish Whiskey, der in Nordirland destillierten oder gelagerten Irish Whiskey enthält. Ebenso fällt nicht mehr darunter ein in der Republik Irland destillierter Irish Whiskey, der in Nordirland gelagert wird. Und bei Milchprodukte ist es noch komplizierter.
In dieser Woche zeigten Vertreter der Irish Whiskey Association sowie von Dairy Industry Ireland und dem Dairy Council for Northern Ireland diese Problematik auf. Ein konkretes Beispiel führt The sprit business auf: Irish Whiskeys, die ihren EU-Ursprungsstatus verloren haben, müssen in Südafrika einen Zoll von 154 Cent pro Liter zahlen, während diejenigen, für die der EU-Ursprung gilt, weiterhin nichts zahlen. „Alle drei forderten, dass die Europäische Kommission in allen künftigen EU-Freihandelsabkommen neue Ursprungsregeln in Betracht zieht, um grenzüberschreitende Lieferketten zu schützen“, wie Raidió Teilifís Éireann es formuliert.
Nachdem im Winter die Preise auf dem Whisky-Sekundärmarkt beständig steil stiegen, legte dieser im Juni eine kleine Pause ein. So lautet, kurz und knapp zusammengefasst, die Analyse von Whiskystats in ihrem Preisupdate für Mai 2021.
Doch nicht alle Brennereien nahmen sich diese Auszeit. Musste für Abfüllungen von Port Ellen im Februar noch ein Rückgang des Indexes notiert werden, gewannen viele Bottlings der Brennerei im Mai an Wert. Sehr gefragt waren Abfüllungen aus der Campbeltown-Brennerei Springbank. Whiskystats notierte mehr als 1.110 Flaschen, die den Besitzer wechselten. Springbank verdrängte damit Ardbeg von Platz 2 und musste sich nur hinter Macallan einordnen. Insgesamt fielen die knapp 17.000 beobachteten Preise des Monat Mai auf 8.000 verschiedene Whiskys in der Whiskystats-Datenbank. Etwa 75% waren Originalabfüllungen, während die Scotch Malt Whisky Society diesmal der meistgehandelte unabhängige Abfüller war.
Der vergangenen Winter mit gestiegener Aktivität und deshalb ebenso gestiegenen Preisen auf Whisky-Sekundärmarkt sieht für Whiskystats heute wie ein kurzer Sprint aus. Und dieser fand in allen Regionen und auf allen berücksichtigten Handelsplattformen gleichermaßen statt. Im Detail finden sich dann auch Abfüllungen, deren Preis während dieses Sprints exorbitant anstiegen, nun allerdings äußerst stark fallen. So notiert Whiskystats beispielsweise für Springbank 21yo Millenium Edition Cask 15/432-16 im Februar und März jeweils einen Preis von rund 600 Euro. Im April stieg der Preis dann auf über 2.100 Euro, um nun auf 730 Euro zurückzufallen.
Diese Abfüllung zeigt sich allerdings als eine von wenigen Ausnahmen. Insgesamt stellt Whiskystats ein Anstieg des Wertes in der Breite fest. 82% der 111 Port Ellens, die zwischen November 2020 und April 2021 mindestens zweimal gehandelt wurden, verzeichneten eine Preiserhöhung. Bei Lagavulin waren es 78 %, Ardbeg 75 % und Longrow rundet die Top 10 mit 70 % ab, was bedeutet, dass 55 der 78 verschiedenen Longrow-Abfüllungen teurer wurden.
Detailtiere Darstellungen der Bewegungen der Whiskypreise auf dem Sekundärmarkt finden Sie im Artikel bei Whiskystats. Und natürlich danken wir an dieser Stelle wieder unseren Leser Jedi, der uns darauf hinwies.
Mit Whiskyfolks stellt sich uns ein neuer unabhängiger Abfüller aus Deutschland vor. Whiskyfolks konzentriert sich vor allem auf die Abfüllung spezieller Fässer neuer Brennereien. In ihrer Presseaussendung stellen sie uns ihre erste Einzelfassabfüllung vor: Das Fass Nr. 666 aus der deutschen Whisky-Destillerie St. Kilian:
Die erste Einzelfassabfüllung von Whiskyfolks: St. Kilian 2017, PX Sherry Hogshead, Fass Nr. 666
Whiskyfolks konzentriert sich vor allem auf die Abfüllung spezieller Fässer neuer Brennereien. Für die erste Abfüllung zog es uns in die Hügel zwischen Odenwald und Spessart unweit des Mains – quasi „Mainside“. Dort liegt die St. Kilian Brennerei am Ortseingang von Rüdenau.
Von Andreas Thümmler gegründet, produziert die Brennerei seit dem St. Patrick’s Day 2016 mit schottischem Equipment, das mit deutscher Ingenieurskunst auf ein neues Level gehoben wurde.
Unter den wachsamen Augen von Master Distiller Mario Rudolf wurde Liter um Liter von qualitativ hochwertigem Rohbrand destilliert und mittlerweile in mehr als 6.800 Fässer abgefüllt, die zudem eine sehr große Bandbreite aufweisen: bis heute hat St. Kilian 238 Fassarten verwendet.
Vom Wohlgeschmack einer Vielzahl unterschiedlichster Fassproben konnten wir uns in den letzten 9 Monaten überzeugen und haben uns für das Fass mit der Nummer 666 als erste Abfüllung entschieden, das einer kleinen Reihe von PX Sherry Hogsheads entstammt, die Mitte Januar 2017 befüllt wurden.
Natürlich reizte uns die Kombination von St. Kilian (der Namensgeber war ein iro-schottischer Missionsbischof, auch als Frankenapostel bekannt und seit dem 8. Jahrhundert im Heiligenstatus) und der „Number of the Beast“ schon auf dem Papier. Zumal die Nummer 666 wirklich ein Unikat ist, da die Brennerei ihre Fässer fortlaufend und nicht jedes Jahr neu nummeriert.
Aber viel viel wichtiger ist, dass der Whisky überzeugt – und das tut er. Der Whisky ist angenehm torfig und rauchig, obwohl er nur 2,5% schottisches Torfmalz von den Glenesk Maltings in der Mashbill hatte.
Das „Devil’s Cask“ ist ein First Fill PX Sherry Hogshead aus Amerikanischer Weißeiche (AWE). Es wurde am 18. Januar 2017 mit 247 Litern befüllt und trat über die letzten 51 Monate mehr als 30 Liter an den Himmel als Anteil an die Engel ab, die sich sehr gefreut haben:
Tasting Notes
Der Duft eleganter würziger PX-Sherrynoten auf Augenhöhe gepaart mit Rauch-, Jod- und Teernoten erzeugt spontan das Bild eines hölzernen Bootsstegs am Meer in der Abendsonne, der in einem Blindtasting zweifelsohne auf die Inneren Hebriden verortet würde. Zudem sorgt eine Auswahl an Pralinees aus salzigem Karamell umhüllt von zarter Milchschokolade sowie leicht gesalzenem butterigem Popcorn für absolute Vorfreude des Gaumens.
Letzterer wird schon beim ersten Schluck von einer komplexen und ausbalancierten Süße umhüllt, die sich vor allem aus PX-Sherry, Milchschokolade sowie kandierten gelben und Citrusfrüchten zusammensetzt. Je länger der Schluck im Mund verweilt, desto intensiver werden die Aromen. Auch der sehr gut eingebundene Alkohol macht sich nun bestimmt aber angenehm bemerkbar.
Der lange, wärmende Abgang spiegelt den Geschmackseindruck wider, vor allem bleiben Aromen von PX Sherry und Schokolade zurück, die von Rauch und Torf einnehmend umspielt werden.
Glencairn Crystal Studio feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag – und wir gratulieren ganz ganz herzlich. Das schottische Unternehmen schuf meistverkaufte Whiskyglas der Welt, insgesamt verkaufte Glencairn bisher über 3,5 Millionen Exemplare dieses markanten Glases – das übrigens im letzten Jahr seinen 20. Geburtstag feiern konnte.
Anlässlich dieses Geburtstages präsentiert Glencairn eine Ergänzung ihres Glasses und für den Whiskygenuss. Die Glencairn Pipette ist mundgeblasen und fasst genau 1 ml Wasser. Den oberen Bereich schmückt eine Miniatur-Glencairn-Glas. Insgesamt soll die Pipette angenehm in der Hand liegen und gleichzeitig eine bessere Regulierung der zugegebenen Wassermenge mit ihrer präzise konstruierten Kontrollöffnung in einer breiten Kugel am oberen Ende ermöglichen.
Die Glencairn Pipette kostet £6 (ca. 7 €), zusammen mit einem Glencairn Glas ist sie für £11 (ca. 13 €) erhältlich. Das Set aus Glencairn Pipette, Glencairn Glas und Glencairn Krug kostet £22 (ca. 26 €). Diese Produkte sind alle im Glencairn Crystal Online Shop erhältlich.